Doktor-Faustus-Weg (Polling bei Weilheim)


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Wegweiser
Länge: 4.55km
Gehzeit: 01:03h
Anspruch: leicht
Wegzustand: gut
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Höhenprofil und Infos

Welt-Literatur bekommt auf dieser Runde auf jedem Wortteil Bedeutung, denn wir wandern durch den Pfaffenwinkel in Oberbayern auf den Spuren von Doktor Faustus. Der Weg bei Polling, durch Wiesen und an einem See vorbei, wurde nach den Ortsbeschreibungen des Romans Doktor Faustus von Thomas Mann ausgezeichnet und mit 13 Tafeln unterhaltsam ausgestattet.

Der landschaftlich reizvollen Wanderung berühren wir die Orte, die Thomas Mann (1875-1955) im Zusammenhang mit Geburts- und Wohnort seiner Titelfigur, dem Tonsetzer Adrian Leverkühn, erwähnt. Wir erleben in 3-D und in Farbe die Welt und die Literatur. Der Roman Doktor Faustus ist ein Spätwerk von Mann und betrachtet letztlich auch die Künstlerproblematik, in diesem Fall das Verweben von Sprache und Musik und das unter Erfolgsdruck. Erfolg ist - ganz gemäß des Faust-Motivs - in der Kunst demnach nur möglich dem, der seine Seele an den Teufel verkauft.

Dem gehen wir nach, im Inneren aufgeschlossen und mit himmlischer Ruhe. Start ist in Polling, südlich von Weilheim in Oberbayern, bei der ersten Tafel am Kirchplatz, auf der einen Seite ist der Friedhof mit der Heilig-Kreuz-Kapelle, im Kern aus dem Jahr 1631, auf der anderen die Klosterkirche, die wir uns am Schluss der Runde anschauen wollen.

Es geht gen Norden zum Gutshaus, wo wir durch das Gartentor zur Tafel zwei gelangen, am Hauseingang mit dem Abtszeichen. Weitere Tafeln säumen unseren Weg – wir wissen ja jetzt, wonach wir Ausschau halten müssen. Wir biegen nach links in die Tassilostraße ein, gehen rechts in die Bahnhofstraße, queren das Gleis. Per Schotterweg und Waldpfade, durch idyllische Wiesen, erreichen wir den Ammerberg, kreuzen die Huglfinger Straße und kommen zum Streicherweiher (auch Pollinger Weiher genannt) nebst dem Blick auf Polling. Durch ein Stück mit Wald machen wir einen Bogen und kommen auf die Straße Am Schafbichl. Jetzt sind wir zum Ausgangsort zurück unterwegs.

Das Kloster Polling gehörte einst den Benediktinern, dann den Augustiner-Chorherren. 1803 wurde es säkularisiert. Der Legende nach gründete Herzog Tassilo III. das Kloster, was vermutlich nicht stimmt. Eine Adelsfamilie soll es gewesen sein. Die einstige Klosterkirche Heilig-Kreuz folgt dem spätgotischen Stil und ist im Inneren ein Traum im Creme, Pastell und Weiß mit frühbarocken Stuckaturen – ein Augenschmaus, auch die Orgel! Bei Doktor Faustus wird ein Kloster Pfeiffering beschrieben, das eindeutig Züge von Polling trägt.

Bildnachweis: Von Rufus46 [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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