Düsseldorf-Kalkum

Kalkum liegt im Norden von Düsseldorf und ist vor allem wegen Schloss Kalkum bekannt. Schloss Kalkum ist ein prachtvolles Beispiel für den klassizistischen Schlossbau im Rheinland. Die fast quadratische Anlage ist vom Wasser des Schwarzbachs umgeben. Das Wasserschloss ist aus einem alten Rittersitz hervorgegangen.

Der vierflügelige Bau beinhaltet Teile älterer Vorgängerbauten. Rechts vom Portal ist das Herrenhaus, links davon die Rentei und der Domestikenflügel. Einen großen Teil von Schloss Kalkum nimmt die unverputzte Vorburg ein auf der gegenüberliegenden Seite des Portals. Der ist vom Herrenhaus über den Küchenbau erreichbar. Was man heute zu sehen bekommt besteht aus barocken und klassizistischen Elementen und entstand überwiegend im 18. und 19. Jahrhundert.

Schloss Kalkum ist von einem Landschaftsgarten umgeben, der Anfang des 19. Jahrhunderts von Maximilian Friedrich Weyhe angelegt wurde. Im 19ha großen Schlosspark steht ein Pavillon, das heute Lasalle-Denkmal ist. Ferdinand Lasalle (1825-1864) war Wortführer der deutschen Arbeiterbewegung und gilt als ein Gründervater der SPD. Er wohnte zeitweilig auf Schloss Kalkum, um der Hausherrin bei ihrer Scheidung zu helfen.

Die katholische St. Lambertus Kirche steht im Zentrum Kalkums. Erste Berichte verweisen auf das 9. Jahrhundert. Die ältesten baulichen Zeugen stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die dreischiffige romanische Basilika steht auf einer leichten Anhöhe, zeigt sich recht kompakt mit einem stämmigen Turm, der ins Mittelschiff eingezogen ist. Mittelschiff, Chorraum und Mittelapsis sind in der Höhe abgestuft und die Seitenschiffe zeigen ebenso Kreuzgewölbe. Der Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1236, der Taufstein aus der Zeit um 1200.

Der Schwarzbach entspringt in Mettmann, fließt durch Ratingen und Kalkum, auch am Schloss vorbei, und mündet nach 27km in Wittlaer in den Rhein. Am Schwarzbach steht die alte Kalkumer Mühle (Oberdorfstraße). Sie wurde vor 1265 gebaut und bis 1957 als Mühle betrieben.

Ganz im Süden von Kalkum an der Grenze zum Flughafen gibt es weiteres Wasser in Form des Lambertussees. Der schaut hübsch aus, ist aber ordentlich mit Chemie verseucht. Deshalb sind Baden und Angeln hier streng verboten.