Düsseldorf-Benrath

Benrath liegt im Süden der nordrhein-westfälischen Hauptstadt Düsseldorf und ist weithin bekannt durch das barocke Schloss Benrath. Aber auch neben Schloss Benrath gibt es in Benrath viele sehenswerte Bauten.

In der Benrather Schlossallee sieht man einige villenartige Bauten aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert wie etwa das Haus Spilles, heute ein Jugendkulturzentrum. In der Benrodestraße finden sich repräsentative Gebäude mit Volutengiebeln aus dem beginnenden 20. Jahrhundert. In der Meliesallee stehen einige schmucke Landhäuser aus der Zeit von 1911-25 im englischen Landhausstil als Beispiel der damals konservativen Moderne. In der Kappeler Straße sind Häuser des Wohn- und Siedlungsbaus der Neugotik und im Übergangsstil aus der Zeit von 1900 bis 1912. In der Sophienstraße stößt man auf eine Reihe Häuser im Jugendstil.

Bereits 1005 stand in Benrath eine Kirche. An deren Stelle steht heute die katholische Pfarrkirche St. Cäcilia, die 1901-03 dreischiffig im Stil der Neugotik mit einem seitlichen Turm errichtet wurde.

In der Kirche befindet sich das Gnadenbild der Schwarzen Muttergottes von Benrath. Sie ist eine Kopie der Marienstatue aus Einsiedeln in der Schweiz und kam nach Benrath. Für die Statue wurde eine Kapelle errichtet, zu der viele Menschen Wallfahrten unternahmen. Die Kapelle wurde allerdings abgerissen, ihr Grundstein ist in der Marienkapelle der Kirche St. Cäcilia zu sehen. An jedem zweiten Oktobersonntag wird das Gnadenbild in einer feierlichen Lichterprozession rund um den Spiegelweiher im Schlosspark getragen.

Die Dankeskirche ist das Gotteshaus der evangelischen Gläubigen und entstand 1914 im neobarocken Stil mit Rundbögen. Der aufgesetzte Glockenturm ist mit einer schmucken Haube abgeschlossen. Die Orgel steht hinter der Kanzel und das Prospekt wie auch die Kanzel sind mit Schnitzereien verziert. Auch findet sich unter der tonnengewölbten Decke ein Gemälde.

Das Rathaus ist in der Benrodestraße und wurde 1906 gebaut. Der Baukörper in massiver Steinoptik zeigt sich ebenfalls mit Zwerchhäusern und schmucken Voluten in den Welschen Giebeln und zählt zwei Geschosse. Ein Merkmal ist das burgen- und schlossartige, das von diesen Gebäuden ausgeht. Im Stil der Weserrenaissance entstanden repräsentative Bauten durch Menschen und Organisationen, die etwas darstellen wollten.

Das Wohnviertel Paulsmühle entstand rund um die ehemalige Paulsmühle, die einst zum Schloss Benrath gehörte und von der Itter angetrieben wurde. Mit der Umleitung der Itter durch den Schlosspark stellte die Paulsmühle den Betrieb ein. Das Wohnviertel erlebte seine Belebung dann mit der Industrialisierung. In der Einsiedelstraße steht ein denkmalgeschütztes Arbeiter-Reihenhaus aus Backsteinen mit Eingangsportalen und Walmdächern mit Gauben. Die zweigeschossigen Arbeiterhäuser entstanden 1922.

Feiern kann man in Benrath auch gut. Die Schützenbruderschaft St. Cäcilia Benrath richtet alljährlich die Prummekirmes aus. Die gibt es schon seit über 200 Jahren. Die Prummekirmes findet jeweils am zweiten Wochenende im September statt. Am ersten Wochenende im August steigt die Benrather Bierbörse. In der Fußgängerzone nahe des Benrather Schlosses kommen die Freunde des Gerstensaftes zum Hochgenuss mit rund 700 Biersorten!

Der Düsseldorfer Stadtteil Benrath ist Namengeber für die Benrather Linie. Die Benrather Linie bezeichnet die machen-maken-Sprachgrenze. Die Isoglosse (aus dem Griechischen: iso = gleich und glossa = Zunge/Sprache) verläuft vom belgischen Eupen bis nach Berlin und trennt die Aussprachen nördlich der Grenze (maken) und südlich (machen), also dem Niederdeutschen und Hochdeutschen. Diese Linie entspricht etwa auch den Trennungen von ik-ich und Dorp-Dorf, dat-das sowie hebben-haben.