Burg Pfalzgrafenstein


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Die Pfalz bei Kaub ist sicherlich eine der bekanntesten Burgen entlang des Rheins. Errichtet auf der kleinen Rheininsel Falkenau ist sie heute nicht nur Teil des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal, sondern auch ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention. Und: Die Pfalz ist das Wahrzeichen von Kaub, dem südlichsten Ort im Loreley-Burgen-Land.

Burg Pfalzgrafenstein, so der korrekte Name der Pfalz, ist eine der wenigen Burgen am Rhein, die nie zerstört wurden. Der ursprüngliche, 36m hohe fünfeckige Zollturm wurde mit der Zeit durch eine 2,60m dicke Ringmauer mit Wehrgang und Schießscharten ergänzt. Die starken Mauern ließen die Burg zu einer Art steinernem Schiff mitten im Rhein werden; sie dienten gleichzeitig als Wellen- und Eisbrecher.

Nicht nur ihre Lage, auch der Grund für ihre Errichtung machen Burg Pfalzgrafenstein zu etwas Besonderem: Sie entstand aus rein wirtschaftlichen Gründen, als simple Zollstation. 1327 begannen die Pfalzgrafen mit dem Bau der Burg. Der Papst persönlich protestierte erfolglos gegen das Projekt, weil die Kirche die Zolleinnahmen für sich wollte. Wer seinen Zoll nicht entrichten wollte, wurde kurzerhand in ein tiefes Verlies gesteckt, dessen Boden man je nach Wasserstand heben und senken konnte.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein baute man Burg Pfalzgrafenstein weiter aus. Berühmt wurde Burg Pfalzgrafenstein durch die Rheinüberquerung Blüchers anno 1814, während der sie seiner Armee als Brückenpfeiler für eine Pontonbrücke diente. Als 1866 die gesamte Region an das Königreich Preußen ging, endete die Geschichte der Zollstation mitten im Rhein.

Im Zuge der Rheinromantik des 19. Jahrhunderts entdeckten Maler und Dichter Burg Pfalzgrafenstein. Victor Hugo verglich sie mit einem Schiff, das für immer vor Anker liegt; Heinrich Heine dichtete über romantische Erlebnisse im Burghof. Auch Agnes von Hohenstaufen soll sich hier mit ihrem Geliebten, dem Sohn Heinrichs des Löwen, getroffen haben. So wurde die Pfalz im Rhein zum Symbol der Rheinromantik.

Heute ist Burg Pfalzgrafenstein im Besitz der Initiative Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz und verfügt weder über elektrischen Strom noch über ein WC. Im Inneren der Pfalz befinden sich einige Möbel des 17. bis 19. Jahrhunderts sowie etwas Hausrat aus Ton und Zinn. Bei Hochwasser – mehr als 3,80m am Kauber Pegel – kann das Fährboot nicht mehr an der Pfalz am Rhein anlegen.


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