Burg Eppstein

Über den historischen Kern von Eppstein erhebt sich betagt und doch majestätisch der Bergfried der Burg Eppstein auf einem Taunusausläufer. Die Burg ist teilweise gut erhalten und teilweise zeigt sie deutlich, was Altern bedeutet – das dies aber wahnsinnig spannend sein kann, ist vor Ort zu sehen, ob am ruinösen Objekt selbst oder den Modellen im Burgmuseum.

Erstmals erwähnt wurde Burg Eppstein 1122. Die Mainzer Erzbischöfe und Herren von Eppstein begründetet auch den Ort Eppstein, der 1299 genannt wurde und schon zwanzig Jahre später Stadtrechte erhielt. Einer Sage nach soll Ritter Eppo die Burgschönheit Berta von Bremthal aus den Fängen eines Riesen befreit und die Burg gebaut haben. Weniger wildromantisch aber möglicher scheint, dass der Konradiner Graf Eberhard aus dem 10. Jahrhundert hier seinen Stein hatte: Ebbos Stein = Eppstein.

In den vergangenen rund tausend Jahren erlebte Burg Eppstein Umbau, schlossartigen Ausbau um 1600, Teilung, Niederlegung, wie 1803, als die Burg an den Herzog von Nassau geriet und jener das Abbruchmaterial für andere Zwecke nutzen wollte. Es folgte Aufbau. Seit 1905 wurden die vormals überwucherten Trümmer freigelegt und saniert. Die Fürsten zu Stolber-Wernigerode schenkten 1929 die Burg Eppstein der Stadt Eppstein, die sie als wertvolles Kulturgut und lebendigen Ort der Geschichte erhält.

Am auffälligsten von Burg Eppstein ist der überragende Bergfried im Westen der Anlage. Der runde Turm auf viereckigem Unterbau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Auf mehreren Etagen wohnte hier der Turmwächter. Bei einer Besichtigung erfährt man sehr viel über die Verteidigungsstrategie und das Leben auf dem Turm.

Östlich befinden sich Wohnbauten und die Kemenate aus dem 15. Jahrhundert und das sogenannte Mainzer Schloss, dessen nördlicher Flügel (13. Jahrhundert) vom 17. Jahrhundert bis 1903 als katholische Kirche diente. Heute residiert hier das Stadt- und Burgmuseum Eppstein, welches einen detaillierten Blick in die Geschichte zulässt, durch Modelle, Querschnitte und einen Multi-Media-Guide, der die Zeiten der Burg anschaulich macht.

Im Erdgeschoss des Stadt- und Burgmuseums wird sich den unterschiedlichen Bauphasen gewidmet. Burg Eppstein war vom Hochmittelalter bis um 1800 ständig bewohnt. Blicke in den Alltag der Burgbewohner, Leben, Arbeiten, Verteidigen, Hauswirtschaften, erhält der Besucher ebenso. Natürlich gibt es auch eine historische Ritterrüstung und Waffen. Dass das Museum auch mal Kirche war, daran erinnert der alte Chor mit dem Barockaltar. Gleich dahinter ist das alte Backhaus zu sehen. Bilddokumente, Kupferstiche, Gemälde ergänzen als Boten aus der Vergangenheit die Ausstellung.

Burg Eppstein ist die älteste Freilichtbühne in der Rhein-Main-Region, denn 1913 wurden auf Burg Eppstein bereits die ersten Burgfestspiele gegeben. Im Juni und Juli ziehen die Festspiele jährlich zahlreiche Besucher nach Eppstein. Im hergerichteten Altangarten kann auch die Sandsteinbühne bespielt werden.

Der Altan, eine auf Stützen ruhende Plattform, wurde um 1600 errichtet und wurde nach 1763 abgerissen, wobei Reste freigelegt wurden. An dem einstigen Geschützstandort des Altans wurde der Garten angelegt. Er war Teil der Besoldung und man schloss daraus, dass er Nutz- und Ziergarten war. Nach historischen Quellen und Vorbildern aus der Zeit der Barockgärten wurde der Altangarten gestaltet – ein romantischer Ort zum Verweilen.