Blauberge-Überschreitung über Halserspitz und Blaubergalm


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 21 km
Gehzeit o. Pause: 6 Std. 15 Min.
Höhenmeter ca. ↑1098m  ↓1098m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Rund um den Tegernsee gehört die Überschreitung der Blauberge zu den anspruchsvollsten Runden, weil sie mit ca. 21km sehr lang ist, eine Menge Kondition erfordert, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit über Gratwege voraussetzt. Dazu gesellen sich etliche Höhenmeter, für weitere Abwechslung sorgen einige schöne Pfade.

Wer nicht mit den Hühnern aufstehen mag und die Tour an einem Tag gehen möchte, sollte sich um eine Übernachtung auf der Blaubergalm oder der Gufferthütte kümmern. Zweiter Hinweis: Im Frühjahr ist der Gipfel oft noch schneebedeckt und man sollte sich Grödeln (Spikes) einpacken.

Die Runde im Uhrzeigersinn startet in Wildbad Kreuth, auf dem Parkplatz an der Weißach. Für erstes Labsal sorgt die Badkapelle beim Alten Bad mit der Heilig-Kreuz-Quelle. Der barocke Saalbau der Kapelle wurde 1707 geweiht. Das Alte Badehaus aus der gleichen Zeit ist das ehemalige Benefiziatenhaus. Man sieht auch noch ein Handwerkerhaus und zwei klassizistische Brunnen.

Ab ca. dem 2. Kilometer wird es die nächsten rund 6,5km bergauf gehen, von ca. 848m bis 1.848m. Mit Wiesen und Waldrand streifen wir das König Max I. Joseph Denkmal, kommen an einer Wildfütterung vorbei durch den Wald und weiter mit Mischwald aufwärts gen Süden, mit herrlichen Aussichten. Es geht über den Hohlensteinbach, der in die Hofbauernweissach mündet, zur Almwirtschaft Siebenhütten, wo wir uns nach den ersten 2km stärken können, für das was ansteht.

Der Weg 615 wird uns nahe dem Lauf des Hohlensteinbachs an der Hohensteinalm vorbeiführen. Kurz drauf begleiten wir den Zwieselgraben und sind mit Aufstieg beschäftigt, auch mal in Serpentinen. Es geht über den Weissenbachkopf (1.352m) und an der Wenigberghütte, von Almwiesen umgeben, vorbei.

Mit weiterem Aufstieg wird die Vegetation alpiner. Den ersten fabelhaften Ausguck haben wir vom Halserspitz (1.866m), der höchsten Erhebung des Bergmassivs der Blauberge. Wenn wir übernachten wollen und eine Schlafstatt in der Gufferthütte (Tirol) ergattert haben, biegen wir alsbald zu ihr ab, da sie südöstlich unserer weiteren Route ist.

Wir wandern gen Westen über den Grat und sind damit auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich – und wir sind nachhaltig beeindruckt von dem erhabenen Erlebnis – vergessen darüber hinaus nicht, wo wir hintreten. Während wir die Nordflanke der Blauberge bezwingen, ist der Weg teils ausgesetzt und mit Drahtseil versichert. Karspitz (1.801m), Blaubergkopf (1.787m), Wichtlplatte (1.765m) halten uns in Atem. Die Gratwanderung beschäftigt uns für ca. 3km.

Nach fast 12km sind wir an der Jausenstation Blaubergalm auf 1.540m, gegenüber dem Predigtstuhl (1.562m) und haben uns eine Verschnaufpause redlich verdient. Die kleine Blaubergalm liegt auf der Südseite des Blaubergkamms in Tirol, ist von Mai bis Oktober bewirtschaftet und bietet Produkte aus eigener Herstellung.

Hinab wandern wir am 1.613m hohen Schildenstein vorbei, zu dessen Gipfel ein Abstecher vorgesehen ist. Der Weg 615 führt weiter talwärts mit Wald, an der Graseckwand (1.400m) vorbei und über die Almwiesen am Graseck, wo wir zur von Mai bis Oktober bewirtschafteten Königsalm abbiegen, davor den Klammbach überqueren. Der fließt in die Weißach, wir nehmen einen ähnlichen Weg und wandern mit Almwiesen bei der Gaißalm. Sind im Tal von Mischwald umgeben, queren die Hofbauernweissach, wo Teiche und ein Fischimbiss sind. Alsbald sind wir in Wildbad Kreuth an der Weißach.

Bildnachweis: Von Luidger [CC BY] via Wikimedia Commons

Vgwort