Berge (Medebach)

Gasthof DiemeltalGasthof Diemeltal

Berge liegt idyllisch in einem Nebental der Orke, eingebettet zwischen Ziegenhardt (441m), Homberg (465m) und Kronberg (426m). Nur rund 130 Menschen leben hier, womit Berge der kleinste Medebacher Ortsteil ist. Die Siedlung wurde 1126 ein erstes Mal urkundlich erwähnt, seit 1969 gehört sie zu Medebach.

Das älteste Haus des Ortes ist ein sehr schön erhaltenes Fachwerkhaus: Haus Klüppel aus dem Jahr 1790. Ebenfalls mit alten Dingen zu tun hat das Museum in der Langen Scheune. Die Museumsscheune in privater Trägerschaft zeigt einen historischen Brunnenkeller, eine Sammlung historischer Werkzeuge und landwirtschaftlicher Arbeitsgeräte sowie eine archäologische Ausstellung.

Ein beinahe unscheinbarer kleiner Backsteinbau steht an der Medebacher Straße in Berge. Es handelt sich dabei um das historische Backhaus, das bis heute in Betrieb ist. Mehrmals im Jahr backt die Dorfgemeinschaft darin Brot im Steinofen nach alten Rezepten, und jeweils am zweiten Augustsamstag gibt es ein großes Backfest.

St. Johannes Evangelist ist die sehenswerte Barockkirche in Berge geweiht. Der Saalbau geht auf die Stiftung eines Bauern aus dem Jahr 1696 zurück. Er hinterließ sein Erbe der Kirchengemeinde, da er ohne Kinder und als Witwer starb. Drei Jahre später wurde die neue Kirche geweiht. Vor allem die Westfassade ist sehr schön gegliedert, auch der verspielte Dachreiter mit Laterne und Kuppel fällt ins Auge. Es ist gut möglich, dass die auffällige westliche Fassade dem Kirchenbau erst später hinzugefügt wurde, denn eine Inschrift am Rokokoportal trägt die Jahresangabe 1773.

Innen ist die komplette barocke Ausstattung sehr schön erhalten. Die Malereien sind dem flandrischen Hochbarock zuzurechnen; die zwölf Apostelbilder sind hervorragende Arbeiten, wie man sie nicht häufig in kleinen Kirchen des Sauerlands findet, und stammen ursprünglich aus dem 1804 säkularisierten Kloster Glindfeld. Der Kreuzherren des Klosters hatten beste Beziehungen nach Flandern, immerhin hatte ihr Orden dort seine Heimat. Eine Gottesmutter mit Kind aus dem 15. Jahrhundert ist in der Berger Kirche ebenfalls zu finden. Sie war einst Teil einer Doppelmadonna, ihr Gegenstück steht heute in der Medebacher Andreaskapelle.