Bad Wurzach und das Wurzacher Ried


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑69m  ↓69m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese beeindruckende Moorlandschaft ist am Rand von Bad Wurzach und das liegt nordwestlich von Leutkirch im Allgäu. Das Wurzacher Ried steht unter Naturschutz und ist nicht irgendeines, sondern das größte und bedeutendste Moorgebiet Süddeutschlands. Knapp 18 Quadratkilometer misst die Moorlandschaft mit Riedsee, Hoch- und Niedermoor, einstiger Torfstecherei, Riedwiesen, Schwingrasen und und und ... 

Es gibt viel zu sehen! Start ist beim Parkplatz am Kurhaus Bad Wurzach, an der Wurzacher Ach, und wir fühlen uns gleich ein wenig „kurig“ im malerisch hügeligen Alpenvorland. Östlich ist das Kurgebiet Reischberg mit der Reha-Klinik Bad Wurzach. Den Ortskern werden wir am Schluss der Riedrunde besichtigen. Bad Wurzach gilt übrigens als das älteste Moorbad Baden-Württembergs, es existiert seit 1936 und verfügt über eine Thermalquelle.

Durch die Kuranlagen wandern wir ein Stück mit der Wurzacher Ach, streifen Sportmöglichkeiten, Hallen- und Freibad. Die Wanderung durch das Ried liefert uns einige hübsche Einblicke und Eindrücke, über Stege mit diverser Ufervegetation. Das Wurzacher Ried ist bei zahlreichen Vögeln als Brut- und Rastgebiet beliebt.

Am Riedsee sind wir mit Torflehrpfad unterwegs und kommen zum Oberschwäbischen Torfmuseum und entlang dem Torfbähnle, einer Torfbahn mit Sonderfahrten. Das Torfbähnle führt zum Torfwerk Haidgau. Über 200 Jahre wurde in Oberschwaben Torf gestochen. Bis 1997 wurde im Wurzacher Ried dem nachgegangen, seither darf sich das Land ausruhen und einfach sein.

Wir wandern ins schmucke Ortszentrum und zum Wurzacher Schloss (1728). Bauherr war Graf Ernst Jakob Truchsess von Waldburg-Zeil-Wurzach. 1922 ging das prächtige Adelsschloss in den Besitz der Salvatorianer, einer katholischen Ordensgemeinschaft, die eine Lateinschule und ein Jungeninternat einrichteten. So ein schöner Ort bekam einen Hauch braune Geschichte als Gefangenenlager. Diesen bösen Geist konnte die jüngere Geschichte durch Lebendigkeit vertreiben. Schloss Bad Wurzach ist Lernort für die Jugend, Wohnort für Senioren, Veranstaltungsort für Kultur und das beeindruckende barocke Treppenhaus ist das offizielle Standesamt von Bad Wurzach. Zur hufeisenförmigen Anlage gehört die Schlosskapelle.

Wenn wir über die Wurzacher Ach kommen, gelangen wir zum Naturschutzzentrum Wurzacher Ried und können uns erneut mit dem Moor befassen. Dahinter ist die Kirche St. Verena (1777) als frühklassizistische Emporenhalle. Die katholische Kirche ist im Inneren hell und freundlich mit einem sehr schönen Deckengemälde im Chor.

Benachbart ist die kleine Seelenkapelle (1774). Sie ist die Gruftkapelle der Nonnen des einstigen Klosters Maria Rosengarten, an dem wir nun sind. Das Kloster war von 1523 bis 2007 ein Frauenkloster, wurde anschließend von Bad Wurzach erworben und saniert. Ehe wir es uns versehen, sind wir am Kurhaus am Kurpark.

Bildnachweis: Von Schilling Thomas [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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