Babenhausen (Hessen)

Auf halber Strecke zwischen Dieburg und Aschaffenburg liegt Babenhausen im Gersprenztal. Auffällig in Babenhausen ist das Schloss Babenhausen. Von ihm führt übrigens eine wundervolle Allee zum Alten Jagdschloss Harreshausen im gleichnamigen Stadtteil.

Schloss Babenhausen liegt südlich des früheren Mauerrings um den Altstadtkern und geht auf eine Wasserburg zurück. Da es in Privathand ist und umgebaut wird, kann man es erst wieder betreten, wenn die Maßnahmen abgeschlossen sind. Urkundliche Ersterwähnung war 1210 und es wurde als Staufischer Palast ausgebaut. Hier residierten die Grafen von Hanau-Lichtenberg. Es finden sich romanische und gotische Einflüsse, Renaissance, Barock und Historismus – einmal durch die Baugeschichte!

Babenhausen erfreut sich zudem einer historischen Stadtbefestigung, die vermutlich im Zuge des Erhalts der Stadtrechte 1295 gebaut wurde. Rund 150 Jahre später wurden die Befestigungen erneuert und heute stehen die Reste unter Denkmalschutz. Etwa 60% der Mauer hat sich bis zum Wehrgang erhalten. Einst gab es sieben Türme, davon haben zwei überdauert.

Einer ist der Hexenturm in Babenhausen, der nach außen hin hochgeschlossen und auf der Stadtinnenseite ab dem Wehrgang ein Schalenturm ist. Der Hexenturm hat ein Pyramidendach, der Breschturm hat keines. Der Hexenturm liegt nahe an der Gersprenz in der Straße „Am Hexenturm“. Der Turm diente eine Zeit lang auch mal als Gefängnis.

Gleich benachbart findet sich bei einem Altstadtbummel das älteste Fachwerkhaus in Babenhausen, das einem Burgmannen gehörte und aus dem Jahr 1484 stammt. Es zeigt sich sehr gut erhalten. Überquert man jetzt die Amtsgasse in Richtung Breschturm, kommt man zum Burgmannenhaus, dem Stammsitz der Herren von Babenhausen. Man sieht einen Staffelgiebel. In der Amtsgasse sieht man schöne Herrenhäuser der gräflichen Amtmänner.

Biegt man in die Backhausgasse ab, stößt man auf ein Pfarrhaus aus dem Jahr 1595. Unten ist ein Massives Geschoss, worauf sich Fachwerk erhebt. Bei der Schlossgasse steht die Alte Apotheke aus dem Jahr 1774. Die Schnitzereien der Heilpflanzen am Haus sind von 1935. Im Fronhof ist das frühere Centhaus, wo den Leuten die Naturalien abgezwackt wurden. Später war hier die gräfliche Brauerei.

Bewegt man sich nun auf der Fahrstraße in Richtung Rathaus kommt man zum Marktplatz, auf dem an Donnerstagnachmittagen ein Wochenmarkt an die Stände lockt. Ein erstes Rathaus wurde 1601 erwähnt. Das wurde 1804 mit einem Fachwerkobergeschoss neu errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und aus Stein wieder aufgebaut.

Gleich benachbart ist die mittelalterliche Stadtkirche mit Dachreiter und Turm. Sie hat einen Chor aus dem Jahr 1383, das Langhaus kam 1472 in der Form dazu und man sieht die Balkendecke nach der Renovierung in der Ausführung wie 1620. Sehenswert ist die Gesamtausstattung, allen voran auch der geschnitzte Flügelaltar sowie die Reste der mittelalterlichen Fresken.

Wenn man sich in die Geschichte von Babenhausen vertiefen mag, gehe man in die Amtsgasse 32 in das Haus der Familie Gayling von Altheim. Die sind zwar nicht mehr in ihrem Herrenhaus anwesend, dafür ist hier das Territorialmuseum von Babenhausen eingerichtet. Es gibt Auskunft von der Vorgeschichte, zum Schloss, dem Leben früher und dem Wandel der Zeit.

Verlässt man Babenhausen in Richtung Dieburg kommt man erst zum Sickenhöfer See und dann in den Stadtteil Sickenhofen, in dem einige Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert denkmalgeschützt sind. Am Sickenhöfer See, der aus einer Kiesgrube heraus entstand, findet seit einigen Jahren im August das Seebeben, ein mehrtägiges Beach-Party-Festival, statt. Der See wird zum Teil von Wassersportlern genutzt und es wird auch noch abgebaut.

Folgt man der B 26 weiter, kommt man nach Hergershausen wo man die dörfliche Struktur noch gut am Bestand der Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert erahnt. In dem schmucken Ort stehen 20 Bauernhäuser unter Denkmalschutz. Sehenswert ist die evangelische barocke Kirche aus dem Jahr 1712 mit Malereien und der Rokoko-Orgel. Das Naturschutzgebiet Hergeshäuser Wiesen dient der Naherholung, bietet Wanderwege und durch die Renaturierung der Gersprenz hat sich Artenvielfalt eingestellt.