Augsburger Wasserwirtschaft: Erkundungstour durchs Weltkulturerbe


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 5 Min.
Höhenmeter ca. ↑157m  ↓157m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Prost: mit jeder Menge frischem Wasser durch den Südosten von Augsburg mit dem Lech und seinen zahlreichen Geschwistern, Bächen und Kanälen. Prost zum 2., denn im Juli 2019 hat das UNESCO-Welterbe-Komitee das Augsburger Wassermanagement-System zum UNESCO-Welterbe ernannt!

Seit über 1.000 Jahren liefern die Stechkanäle in der Augsburger Altstadt die Wasserkraft für die zahlreichen Handwerksbetriebe, die das Wasser auch zur Energiegewinnung mittels Wasserräder für ihre Maschinen nutzten.

Soviel zur Einstimmung, wenn wir am Lech und dem Kuhsee-Parkplatz starten und dort einsteigen, wo die Kanäle ihren Ursprung nehmen. Seit über 650 Jahren ist der Hochablass am Lechwehr ein wesentliches Puzzleteil des Wassermanagement-Systems. So, wie es dort jetzt ausschaut, sah es bereits 1912 aus.

Wir wandern gegen den Uhrzeigersinn und wenden uns den Kanuten zu, die am Lech das Augsburger Kanumuseum haben. Hier am Eiskanal wurde für Olympia 1972 die erste weltweit künstliche Kanustrecke gebaut.

Sogleich geht’s zum Informationszentrum Wasser und dem Wasserwerk am Hochablass, das 1879 in Betrieb genommen wurde. Es ersetzte Wassertürme durch Druckkessel und war damals eine technische Innovation. Es geht durch den Wald am Klausenkopf in Richtung Innenstadt, vorbei an der Spickelwiese.

Mit der Siebentischstraße kommen wir an den Kaufbach, lassen das Schwimmvergnügen links liegen, ganz auf der Spur des Wassers. Die Friedberger Straße entlang wandern wir zum Inneren Stadtgraben mit Grünanlage, Spielplatz, Kräutergarten, Schwäbisches Handwerkermuseum nebst Handwerkerhof, dem Vorderen Lech und der Heilig-Geist-Kapelle (Spitalkapelle, um 1600) mit einstigem Heilig-Geist-Spital, wo heute beispielsweise die Augsburger Puppenkiste, 1948 gegründet, zuhause ist. Der Kastenturm entstand auf einem einstigen Wehrturm.

Weiteres Highlight des UNESCO-Welterbes: Das Wasserwerk am Roten Tor ist ein Ensemble, dass 463 Jahre, von 1416 an, für die Trinkwasserversorgung Augsburgs zuständig war. Die Anlage besteht aus drei historischen Wassertürmen mit Nebengebäuden und Hof. Der Große Turm wurde 1463 gemauert, 1669 aufgestockt, der Kleine Turm 1470 und mehrfach erhöht. Ausgebaut wurden sie beide in den späteren Jahrhunderten auch.

Wir sehen auch das Obere Brunnenmeisterhaus, im Kern aus dem 17. Jahrhundert, sowie den Venezianischen Brunnen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Zum Wassersystem gehört auch das Aquädukt über den Rote-Torwall-Graben. Es ist von 1777, zweigeschossig und zu sechs doppelten Bögen gemauert. Am Vorderen Lech liegt die Freilichtbühne Augsburg (1929), die von der fantastischen Altstadtkulisse nebst Wassersystem profitiert.

Lochbach und Wolfsbach sind die nächsten Bäche. Wir sind auf dem Weg zur Hochschule Augsburg und treffen bei der B300 auf den Spitalbach. Die Bebauung wird spärlicher, macht Landschaft Platz, während wir auf dem Weg Professor-Steinbacher-Straße zum Siebentischweiher und den Siebentischanlagen unterwegs sind. Östlich davon ist der Botanische Garten (1936 entstanden, heute 10ha) und der Zoo Augsburg schließt sich an. Westlich sind Kleingarten- und Sportanlagen. Wir wandern mit dem Siebenbrunner Bach durch den Landschaftspark mit der Waldgaststätte Parkhäusel. Wir wandern am Südende des Zoos vorbei, durch den Wald und kommen über den Lech zum Kuhsee-Parkplatz zurück.

Bildnachweis: Von Regio Augsburg Tourismus GmbH, Fotograf: Christine Pemsl [CC BY-SA 3.0 de] via Wikimedia Commons

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