Auf den Cottaer Spitzberg: Schöne Runde ab Berggießhübel


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑366m  ↓366m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Berggießhübel ist der zweite Teil des Zusammenschlusses von Bad Gottleuba-Berggießhübel. Bad Gottleuba als Moorheilbad und Berggießhübel als Kneippkurort sind ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Elbtalschiefergebirge, einer Übergangszone zwischen dem Osterzgebirge und dem Elbsandsteingebirge.

Die Wanderung überbrückt lediglich rund 150m Höhenunterschied, bietet natürlich Wald mit Fels und auch Passagen mit ausgedehnten Feldern, Aussichten vom Cottaer Spitzberg (391m) und Flussauenlandschaft an der Gottleuba, die nach etwa 34km gesamt im nördlich gelegenen Pirna in die Elbe mündet.

Berggießhübel ist eine Bad- und Bergbaustadt. Man baute Eisen und Kupfer sowie unter anderem Magnetit ab. Eine lebendige Erinnerung an den Bergbau hält das Besucherbergwerk Marie Louise Stolln bereit, das nahe unseres Startpunkts (Parkplatz an der Talstraße) an der Gottleuba zu finden ist. 400m weit gelangt man bei der einstündigen Führung in den Stollen, der 1726 aufgefahren worden war. Bergleute waren es auch, die 1717 und 1722 die Heilwässer entdeckten.

Wir wandern entlang der hübschen kleinen Kurpromenade über die Gottleuba und kommen an der Kursächsischen Postmeilensäule vorbei. Sie ist ein nach einem schlimmen Hochwasser 1937 wiedererrichtete Säule, die ursprünglich 1727 entstand.

Gegenüber der Postdistanzsäule steht das Schloss Friedrichsthal, das über etliche Jahrhunderte in wechselnder Hand von Gutsherren bewohnt wurde und seit über 10 Jahren leer steht. Die Median-Klinik will es nicht selbst für Rehazwecke umbauen und es daher verkaufen. Um das Schloss findet sich ein Parkareal, an dem wir vorbeikommen, ebenso wie an den Gebäuden der Median-Klinik. Hier speist das Bächlein Friedrichsthal einen kleinen Teich. Wir wandern entlang Waldrand und Dreieckswiese in den Wald hinauf, zu den Höhen Westlicher- und Östlicher Berggießhübler Turm und erreichen 378m Höhe.

Wald und Fels begleiten uns über den Ladenberg (338m) und wir könnten einen Abstecher zur Aussicht Kleine Bastei unternehmen. Kurz drauf weicht der Wald offener Landschaft, die uns über die nächsten gut 3km hübsche Blicke in die Natur bietet.

Nach etwa 6,3km sind wir auf dem Cottaer Spitzberg und sind erneut auf 378m. Auf der Basaltkuppe steht eine Triangulierungssäule aus dem Jahr 1865. Der Cottaer Spitzberg überragt seine Umgebung um gut 70m und der Berg ist ein Flächennaturdenkmal. Gen Norden schauen wir über Pirna bis zum Lausitzer Bergland, im Nordwesten breitet sich der Elbtalkessel aus, westlich und südlich erstrecken sich die Landschaften des Elbtalschiefergebirges und der Kamm des Osterzgebirges, im Osten fällt der Blick auf das Gottleubatal sowie auf die Höhen der Sächsischen Schweiz, bis hin zur Böhmischen Schweiz. Man sieht zum Beispiel den Hohen Schneeberg in Tschechien.

Wir wandern hinab nach Kleincotta, einem Teil von Cotta (Gemeinde Dohma). Cotta ist übrigens der Name der dortigen Elbsandsteinsorte, dem Cottaer Sandstein. Durch Wiesen und Felder wandern wir an die Gottleuba, überqueren sie und sind auf dem Forellensteig. An der Zwieselmühle wechseln wir nochmals die Uferseite und erneut im Städtchen Berggießhübel, kommen am Schwimmbad vorbei und zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von Norbert Kaiser [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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