Arnoldsweiler (Düren)

Von Wiesen und Feldern umgeben liegt der Stadtteil Arnoldsweiler nördlich der Kreisstadt Düren und nahe der A 4. In der Dorfmitte gibt es eine Navigationshilfe für Menschen auf der Suche nach paradiesischen Zuständen. Der 5m hohe Himmelspfeil aus gemeißeltem Blaustein zeigt den Weg.

Auffallend ist der mächtige Bau der Pfarrkirche Groß St. Arnold mit einem 47m hohen Glockenturm. Die dreischiffige und vierjochige Kreuzkirche mit zwei flankierenden Türmen wird auch gerne schon mal „Dom der Dürener Lande“ genannt. 1902 wurde die große Kirche geweiht und im Mittelpunkt der Verehrung des heiligen Arnoldus ist die Reliquienbüste aus dem 17. Jahrhundert. Arnold von Arnoldsweiler, das vorher Ginnizweiler hieß, starb in eben diesem Ort um 800 und war ein Musiker am Hofe Karls des Großen.

Gleich benachbart ist die Pfarrkirche Klein St. Arnold, auch Arnolduskapelle genannt. Sie wurde erstmalig 922 erwähnt. Erhalten sind der romanische Turm, wenngleich er etwas schief steht und ein Teil der dreischiffigen Anlage, die aus dem 11. bis 18. Jahrhundert stammt. 1895 entging die Kirche ihrem Abriss zugunsten der neuen Kirche. Stattdessen riss man das Pfarrhaus ab. Im Inneren mit dem ausgemalten schönen Gewölbe, findet sich das Grab des heiligen Arnold von Arnoldsweiler.

Nordöstlich des Ortes, nahe an der A4 und des Ellebaches, der nach rund 33km bei Jülich der Rur zufließt, liegt hinter Bäumen der Herrensitz Haus Rath umgeben von Wiesen und Feldern und einem Wassergraben. Die Geschichte von Haus Rath geht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Das Wasserschlösschen mit der Vorburg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1956 wieder aufgebaut. Von der barocken Gartenanlage ist ein Pavillon aus dem Jahr 1793 erhalten geblieben. Seit 1813 ist der Herrensitz auf der Habenseite der Freiherren von Bourscheidt. Nachkommen des Adelsgeschlechts leben immer noch auf dem Anwesen, das nicht öffentlich ist – aber trotzdem beeindruckt.

Einen spektakulären Fund machten Archäologen 2009-10 bei Arnoldsweiler: Man grub eine jungsteinzeitliche Siedlung aus dem 6. Jahrtausend vor Christus aus. Es konnten mehr als vierzig Hausgrundrisse und über 220 Gräber der bandkeramischen Kultur der Jungsteinzeit freigelegt werden.

Regionaler Bezug:

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