Altstadtrundgang Wernigerode am Harz


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 4 km
Gehzeit o. Pause: 1 Stunde 8 Min.
Höchster Punkt: 332 m
Tiefster Punkt: 242 m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Als bunte Stadt am Harz betitelt sich Wernigerode und zielt damit auf die Facetten von Historie und Offenheit, altem Fachwerk, frischem Grün in den Parks und entlehnt sein Motto den Worten von Schriftsteller Hermann Löns (1866-1914), der Wernigerode als bunte Stadt am Harz beschrieben hat.

Durch das schmucke Wernigerode, mit dem Schloss als sein Wahrzeichen und das sicher noch häufiger fotografierte hübsche Rathaus auf dem Markt, führt unser Rundgang heute. Auch durch Wernigerode fließt der Zillierbach der Holtemme zu und es fließt Bier von hier, aus der Hasseröder Brauerei, 1872 gegründet.

Und mit uns fließen jährlich etwa 2 Mio. Gäste durch Wernigerode, das urkundlich erstmalig 1121 genannt wurde. Wir starten den Rundgang an der evangelischen Stiftskirche St. Sylvestri am Oberpfarrhof und auf dem ältesten Gebiet der Stadt, dem Klingt. Die Benediktiner bauten hier der Legende nach eine erste Kapelle im 9. Jahrhundert. Die Stiftskirche, die man heute sieht, vereint unterschiedliche Epochen.

Die Fundamente der Kapelle sind noch unter dem schmucken Haus Gadenstedt. Der östliche Teil des Hauses stammt aus der Zeit um 1480. Um 1245 war hier die Schnakenburg benannt. Ein Datum am Haus verweist auf das Jahr 1582.

Unser erstes Ziel ist Schloss Wernigerode und um dahin zu kommen gehen wir durch den Teichdamm sowie die Oberengengasse zur Liebfrauenkirche, die seit 1230 Stadtkirche war. Der romanische Bau ging in Schutt und Asche beim Feuer im Burgstraßenviertel 1751. Die Kirche wurde im Stil des Barock wieder aufgebaut. Der Turm ist neugotisch und entstand 1891. Er kann bestiegen werden.

Wir lassen das im Moment aus und gehen lieber hinauf zum Schloss Wernigerode, wobei wir an der restaurierten Stadtmauer vorbei kommen. Der Schlossaufstieg bietet einige schöne Blicke auf die Stadt. Dem Schloss Wernigerode ging eine Höhenburg voraus, die im 12. Jahrhundert entstand. Seine heutige Gestalt hat Schloss Wernigerode aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, was es architektonisch zu einem Ausdruck norddeutschen Historismus machte. Aus dem einstigen „Feudalmuseum“ wurde ein Museum und Zentrum der Kunst- und Kulturgeschichte. Rund fünfzig ausgestattete Räume und viele andere Exponate machen die Zeitreise sehr lebendig.

Wir verlassen Schloss Wernigerode nach ausgiebiger Rundschau und gehen zum Lustgarten hinunter. Die Parkanlage wurde im 16. Jahrhundert angelegt und im 18. zu einem französischen Barockgarten modelliert, der einem englischen Landschaftsgarten wich. Für die Landesgartenschau 2006 in Sachsen-Anhalt wurde erneut Geld und Erde bewegt – der Anlage und deren Besuchern zur Freude!

Am Landeshauptarchiv und Palmenhaus, der einstigen Orangerie, verlassen wir den Park und machen uns auf die Breite Straße auf. Hier säumen etliche gastronomische Betriebe und Geschäfte die Gasse. Schaut man mehr auf die Fachwerkbaukunst, statt in die Auslagen, fällt einem sogleich das Krummelsche Haus ins Auge. Es wurde 1654 von Kornhändler Heinrich Krummel gebaut und hat eine geschnitzte Holzfassade, die Motive aus der Fremde zeigen wie eine Frau auf einem Nilpferd oder eine auf einem Krokodil (Breite Straße 72).

Zielstrebig gehen wir zum Marktplatz mit dem Wohltäterbrunnen und dem herausragend schönen spätgotischen Rathaus Wernigerode, das seine markanten Erkertürmchen mit spitzen Helmen in den Himmel reckt.

Wir verlassen über die Marktstraße das Rathaus und kommen in die Klintgasse mit dem Schiefen Haus mit 7% Neigung, 1680 gebaut, es diente der Tuchmachergilde als Walkmühle. Der offene Mühlgraben umspülte die Grundmauern und so tat der stete Tropfen seines dazu, dass die Ostfassade dem Drängen nachgab. Im Schiefen Haus ist ein Museum mit Galerie.

Einmal museal im Bann gehen wir zum Harzmuseum, das uns die Geschichte der Stadt Wernigerode und die Geologie des Harzes näherbringt.

Nun könnten wir die Rundwanderung beenden, doch wir können noch einen Fachwerknachschlag gebrauchen. Wir erweitern unsere Erkundung um das dem Marktplatz angeschlossene Heideviertel (Heidestraße, Hinterstraße), wo die historischen Fachwerkhäuser dicht gedrängt die Gasse säumen. Eines davon ist das älteste mit der Hausnummer 48. Der Ständerbau aus der Zeit um 1400 hat den großen Stadtbrand 1847 überstanden. Im Heideviertel lebten etliche Handwerker, die Arbeiten und Wohnen unter einem Dach hatten und auf die Straße hinaus verkauften.

IVW