Waxweiler

In Waxweiler ist die Geschichte springlebendig. Denn Waxweiler gilt vielen als Geburtsort der weltbekannten Echternacher Springprozession, die seit 2010 sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geschützt ist. Eine Gedenktafel an der Pfarrkirche St. Johannes Baptist erinnert an die Sage. Demnach hatten die Waxweiler draußen vor der Kirche Party gemacht, statt drinnen den Worten Gottes zu lauschen. Der heilige Willibrord habe sie dazu verdammt, fortan nur noch zu springen und zu tanzen. Dann aber habe er die Waxweiler von dieser Aufgabe erlöst, gegen ihre Zusage, nach Echternach zu pilgern.

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist steht in der Hauptstraße. Der Saalbau stammt aus dem Jahr 1770 und das Untergeschoss des Turmes ist vermutlich noch aus dem Mittelalter. In der Folgezeit wurde die Kirche erweitert, z.B. durch einen Querbau aus dem Jahr 1923. Aufgrund ihrer Größe wird die Johanneskirche in Waxweiler manchmal auch der Südeifeldom genannt.

Im Vergleich zur Geschichte Waxweilers ist die Kirche noch jung. Denn in Waxweiler wurden Reste einer römischen Siedlung gefunden, die auf das Jahr 150 nach Christus verweisen. Nordöstlich des Ortskerns fand sich ein Römerbecher und südlich befand sich die Römervilla. Nördlich der Prüm, die durch Waxweiler fließt, steht das Haus des Gastes, in dem ein kleines Römermuseum und das Devonium untergebracht sind.

Im Devonium wird die Geschichte der Evolution erzählt, beginnend vor 400 Millionen Jahren. Wer sich jetzt auf einen längeren langweiligen Vortrag einstellt, mag überrascht werden, denn im Waxweiler Devonium wird die Erdgeschichte auf spielerische Art erklärt. Grund für das Devonium in Waxweiler ist, dass der Ort damals in einem unterdevonischen Delta lag und Fundort zahlreicher Fossilien ist.

Eine weiteres Zeichen, das die Geschichte schrieb, verkörpert die Mariensäule in Waxweiler. Waxweiler gehörte 1944-45 zum Aufmarschgebiet der Wehrmacht bei der Ardennenoffensive. In den schlimmen Kriegsjahren schwor sich die Bevölkerung, ein Denkmal zu Ehren der Muttergottes zu erbauen, wenn ihr Ort verschont bliebe. Das war zwar nicht ganz der Fall. Dennoch erbauten die Waxweiler auf der Höhe des Eichelberges die 18m hohe Mariensäule. Von hier hat man einen schönen Blick über den Islek.