Wanderung von Marlow durchs Recknitztal und zum Schloss Semlow


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 21 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 39 Min.
Höhenmeter ca. ↑217m  ↓217m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Das Naturschutzgebiet Unteres Recknitztal schützt über 1.470ha einen Ausschnitt einer wunderbaren Flussmoorlandschaft mit angrenzenden Talhängen. Es liegt östlich von Marlow, dessen deutschsprachige Geschichte im späten 13. Jahrhundert beginnt. Wir wandern von Marlow aus durch das Untere Recknitztal zum Schloss Semlow mitten in einer abwechslungsreichen Landschaft.

In Marlow starten wir am Markt. Nah unseres Einstiegs steht die Stadtkirche Marlow, die im 13. Jahrhundert im historischen Stadtkern errichtet wurde. Die Backsteinkirche entstand im Übergang von Romanik zur Gotik. Sie hat einen mächtigen Turm, der die Breite des Mittelschiffs einnimmt und einen bemerkenswerten Pyramidenhelm.

Am recht hübsch sanierten Marktplatz fällt das neugotische Rathaus (1862) auf, zartgelb, mit Mittelrisalit und Arkaden sowie einem schlanken Türmchen. Es wurde 1996 bei der Stadterneuerung saniert. In dem Zuge wurde auch der Brunnen aufgestellt, mit Szenen aus der hiesigen Geschichte: eine slawische Burg gab es mal, ein Ritter fordert von einem Händler Tribut und ein Wanderer mit drei Kindern schaut über das Recknitztal.

Weberstraße, Kleine Teichstraße, Am Buchenberg, lauten die Sträßchen, die uns auf die Stralsunder Straße bringen, mit der wie ins Naturschutzgebiet Unteres Recknitztal gelangen. Am Wasserwanderrastplatz an der Recknitz und dem Graben aus Marlow, bietet sich ein Päuschen. 

Die Recknitz misst fast 89km und mündet bei Ribnitz-Damgarten in den Saaler Bodden. Hier im Naturschutzgebiet lässt man sie mit Altarmen in Ruhe. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie nämlich stark begradigt. Trotz, dass im Nsturschutzgebiet die Nutzung des Niedermoores aufgegeben wurde, entwässert das Gebiet, in dem wir auch offene Torfstiche sehen. Dennoch erfreuet sich eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt: Röhrichte, Großseggenriede, Orchideen oder Kleiner Baldrian sind zu finden, Flussbarsch, Falter, Libellen, Fischotter und Blaukehlchen.

Nach rund 2,8km öffnet sich die Runde. Wir werden auf der Rücktour erneut Gelegenheit haben, seltene Arten zu sehen. Hinter der Försterei halten wir uns links, wandern durch Mischwald, verlassen das Naturschutzgebiet und kommen nach Camitz, von Wiesen und Feldern umgeben. Wir schlagen einen Bogen Zur Krambs, wandern dann neben der Grueler Straße (K6) nach Plennin. Vor dem Ort biegen wir nach links, kommen nach Palmzin mit einem Schaf- und Ziegenhof.

Von der Chausseestraße aus geht es rechts in den Alten Postweg durch eine Allee nach Semlow, dort zum Schloss Semlow, nebst Orangerie, mit Teichen und Parkanlage. Schloss Semlow ist ein klassizistisches Herrenhaus aus der Zeit um 1825, dessen Gestalt nach 1945 stark vereinfacht wurde. Es erinnert mehr an einen amtlichen Zweckbau. Benachbart ist die Kirche Semlow. Die Feldsteinkirche wurzelt im Jahr 1190 und ist eine der ältesten im unteren Recknitztal.

Nach der kleinen Schlossrunde gelangen wir an die L18 zurück, wandern durch eine Allee, begleitet von Wiesen- und Feldflur ins Untere Recknitztal. Wir versuchen Tiere und Pflanzen zu entdecken, die wir eben nicht gesehen haben und lassen die Wanderung in Marlow ausklingen. Südlich wäre als weitere Ausflugsmöglichkeit der Vogelpark Marlow.

Bildnachweis: Von Botaurus [Public domain] via Wikimedia Commons

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