Walserkamm-Bergwanderung ab dem Furkajoch


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 20 km
Gehzeit o. Pause: 9 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑1631m  ↓1631m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Das wird ein Höhenritt, mit Start am Furkajoch, einem Gebirgspass, der erst 2018 wieder geöffnet wurde, allerdings zeitweilig auch gesperrt wird. Besonders die kurvenreiche Westrampe hat es den Kradlern angetan. Unser Abenteuer besteht darin am eigenen Leib zu erfahren, wie aus 20km Strecke 47km Leistung werden. Kondition ist gefragt und ein gefüllter Rucksack! Auch vonnöten bei der Tour am Walserkamm ist Trittsicherheit.

Die Furkastraße (L51) verbindet das östliche Damüls mit dem westlichen Laternsertal und hat dabei bis zu 14% Steigung. Wir starten auf der Passhöhe auf rund 1.759m und wandern gegen den Uhrzeigersinn. Zum Warmup erstmal bergab, wobei wir einige Bachläufe antreffen, die sich zum Gampernesttobelbach formieren. Mit alpiner Berglandschaft, Weiden, Bäumen, Büschen und Wiesen geht es über weitere Bäche an die Frutz, die wir nach 1,7km erreichen.

Die Frutz kommt von der sich südöstlich sich erhebenden Löffelspitze (1.962m) und fließt nach 19km Lauf bei Koblach in den Rhein. Wir wandern alsbald aufwärts und gelangen nach einem weiteren Kilometer zur Oberen Frutzalpe (ca. 1.546m).

In kleinen Bögen wandern wir weiter aufwärts, hinauf zum Schäfisjoch (1.786m), rund 4,3km sind es bis hierher. Westlich erhebt sich die Gerenspitze (1.817m). Sie und der Schäfiskopf (1.901m) liegen rechts unserer Route, die uns über die Kreuzspitze (1.944m) bringt. Das Heraufkraxeln wird mit einem super Ausblick belohnt. Nach 5,5km etwa haben wir hier unseren Höhepunkt erreicht und uns eine Vesper aus dem Rucksack mehr als verdient.

Nun heißt es abwärts, selbstverständlich auch mit Obacht, denn es geht steiler hinab als hinauf. Nach 6,7km Strecke erreichen wir die Plansottalpe auf rund 1.560m. Hier kann man kurz ausruhen und bei guter Sicht beispielsweise gen Südosten bis zur markanten Roten Wand (2.704m), dem zweithöchsten Berg im Lechquellengebirge, schauen.

Die nächste Alpe ist die Sentumalpe, die wir nach 9,6km erreichen, wobei wir zuvor dem Quellbereich des Rüffibachs begegnet sind. Auf der Sentumalpe ist mit Betrieb zu rechnen. Mehrere Hütten stehen auf der Sennalpe, Rinder auch, man findet ein Gedenkkreuz und kann in der Alpsennerei seinen Rucksack auffüllen.

Wir wandern weiter talwärts, das Grün wächst wieder höher. Linkerhand erheben sich die Grenzspitze (1.879m), Mont Calv (1.804m), wir umrunden den Falvkopf (1.849m) und kommen nach gesamt rund 15,5km Strecke zur Hinterkammalpe (1.511m).

Was im Sommer so schön beschaulich ist, mit den typischen bunten Alpwiesen, den friedlich zupfenden Paarhufern, kann im Winter sehr gefährlich werden, ist zu erfahren, wenn man von den Lawinen weiß. Wir sehen schon die Seraalpe, von der aus sich abermals ein herrlicher Ausblick in die Gebirgslandschaft ergibt. Man erkennt die Dreistufenwirtschaft mit der Beweidung durch das Vieh erst im heimischen Tal, dann auf die Vorsäß, einer Alpe auf rund 1.500m, in der 3. Stufe wird das Vieh auf die Hochalpe getrieben.

Uns treibts über das Serajöchle (1.836m) dem Furkajoch zu mit dem Kiosk am Furkapass und die Sonne will schon untergehen.

Bildnachweis: Von Reinhard Müller [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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