Von der Neckarwiese zum Heiligenberg (Heidelberg)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 36 Min.
Höhenmeter ca. ↑355m  ↓355m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Neuenheim ist ein sehr beliebter Stadtteil von Heidelberg und liegt nördlich des Neckars. Von hier aus kann man ganz wunderbar zu den historischen Sehenswürdigkeiten am Michelsberg und am Heiligenberg wandern. Zwei Klöster, zwei Türme und jede Menge fantastischer Aussichten erwarten uns.

Neuenheim ist ein einstiges Bauern-, Fischer- und Winzerdorf, wird 765 im Lorscher Codex erstmalig erwähnt und ist der erste Stadtteil von Heidelberg, 1891 eingemeindet. Den dörflichen Charakter kann man rund um den Marktplatz erleben. Nördlich schließt sich Handschuhsheim mit der Tiefburg im Zentrum an, die wir auf dem Rückweg anschauen. Westlich des alten Kerns siedeln sich seit den 1950er Jahren im Neuenheimer Feld Fakultäten der Heidelberger Universitäten an.

Start ist in der Neckarwiese (5ha). Pappeln, Linden, Weiden und Erlen sowie eine Kastanienallee säumen den Park, der zur Naherholung und für Veranstaltungen genutzt wird. Wir wandern durch die Neckarwiese, den Neckar rechts von uns, dabei passieren wir die Theodor-Heuss-Brücke, kommen über Ufer- und Neuenheimer Landstraße, wo wir abbiegen, um steil aufwärts auf dem hübschen und aussichtsreichen Philosophenweg mit angelegten Gärtchen weiterzuwandern, am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg vorbei, zur Eichendorff-Anlage.

Der Bismarcksäulenweg bringt uns zum Bismarckturm, der im Stil des Entwurfs „Götterdämmerung“ 1903 gebaut wurde. Eine Feuerschale bildet den Abschluss und man hat einen herrlichen Blick über die Heidelberger Altstadt. Weiter geht es hinauf zur Mönchberghütte (252m), zum Fuchsrondell und in die Historie mit den Ringwällen am Michelsberg und Heiligenberg.

Am Michelsberg (376m) steht der Heiligenbergturm beim Stephanskloster (1094), wohin wir einen kleinen Schwenk unternehmen könnten. Zum Bau des Heiligenbergturms wurde Steine aus dem Stephanskloster verwendet.

Der Wanderweg führt an der Waldschenke vorbei. Der Klosterweg tangiert die Thingstätte aus der Zeit der Nationalsozialisten, die nach griechischem Vorbild 1934 diesen Versammlungsort errichten ließen. 2017 wurden die inoffiziellen Walpurgisnachfeiern untersagt: insgesamt zu gefährlich für Wald und Gäste.

Der 440m hohe Heiligenberg ist neben dem gegenüberliegenden höheren Königsstuhl (568m) der zweite Hausberg von Heidelberg. Bereits Jungsteinzeitler tummelten sich hier, was nicht verwunderlich ist, hat man doch einen herrlichen Blick in die Umgebung, ob Freund oder Feind im Anmarsch ist. Ein Platz für Geistlichkeit. Das St. Michaelskloster wurzelt im 9. Jahrhundert. Davor gab es einen Römertempel. Heute erheben sich der Süd- und der Nordturm, im Boden sind Klosterumrisse.

Wir gelangen auf den Weg Hochstraße, kommen an der Freischaren-Schanze (1849) zum Zollstock mit Schlossblick und Zollstockbrunnen. Per Breitband-Fußweg und Schneebergsweg wandern wir nach Handschuhsheim runter, dessen Zentrum wir über Neulichweg und Amselgasse ansteuern.

Die Tiefburg (13./14. Jahrhundert), auch Burg Handschuhsheim genannt, zeigt sich als Ruine einer einstigen Wasserburg, deren heute grüner Gaben vom Mühlbach gespeist wurde. 1770 wurde in einer Mauer ein Skelett freigelegt. Der „eingemauerte Ritter“ bot Anlass verschiedener Sagen, um verbotene Liebe beispielsweise. Die Ruine ist nach wie vor beeindruckend und ein Veranstaltungsort.

In der Nähe steht die evangelische Friedenskirche (1910) im gelungenen Mix von Spätgotik, Renaissance und Jugendstil. Ihr 61m hoher Turm sowie das Hauptportal lassen sie in Erinnerung bleiben.

Wir wandern durch den Grahampark, queren die B3 und gelangen fast unbemerkt nach Neuenheim, über die kleine Grünanlage Werderplatz zur neoromanisch ausgeführten katholischen Kirche St. Raphael (1905). Die Werderstraße führt uns zurück zur Neckarwiese.

Bildnachweis: Von Herweh Patric [CC BY 4.0] via Wikimedia Commons

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