Heiligenberg-Runde (Heidelberg)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 10 Min.
Höhenmeter ca. ↑348m  ↓348m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Orte mit jeder Menge Historie liegen günstig: mit Wasser, Reich wird man, wo viele vorbeikommen müssen und dann brauchts einen Berg, wo man Übersicht hat, was baut und von oben herab Angelegenheiten regelt. Der Heiligenberg auf 440m ist so ein Ort, der kleinere der beiden Hausberge von Heidelberg am Neckar.

Übrigens kommt man vermutlich unmerklich an historischer Steingeschichte vorbei, auf dem Weg zum Start, denn durch Verfall der Klosteranlagen und dem Verkauf der Steine, fanden diese Eingang in andere Bauten. Bei der Bushaltestelle Turnerbrunnen und am Waldweg, nördlich des Heiligenbergs geht’s los und werden gen Süden wandern.

Wir sind am Mühlbach mit angelegten Teichen, einem Spielplatz und Möglichkeiten der Naherholung. Es ist auch ein Wandertreffpunkt im sogenannten Siebenmühlental, wo einst 7 Mühlen klapperten. Wir wandern gegen den Uhrzeigersinn und werden den Heiligenberg erstmal umrunden per Waldweg und Mönchbergweg, östlich von Handschuhsheim.

Wir genießen vom Waldrand aus Aussichten über Wäldchen, Wiesen, das Neckartal, die Ausläufer der Universitätsstadt Heidelberg … Via Mönchbergweg kommen wir zur Mönchberghütte auf 252m und biegen in den Bismarcksäulenweg. Der Bismarckturm (1903) folgt einem Entwurf von Wilhelm Kreis namens „Götterdämmerung“. Obenauf ist die Feuerschale und man hat einen herrlichen Blick über die Altstadt von Heidelberg.

Wir kommen auf den Oberen Philosophenweg, der ebenfalls etliche schöne Aussichten bietet. Der Philosophenweg selbst, insbesondere der untere, gilt schon als eine Sehenswürdigkeit wegen den Blickwinkeln über Neckar, Altstadt und Schloss. Über die Aussicht Meriankanzel gewinnen wir in Serpentinen an Höhe und biegen nach links auf den Brandplattenweg. Wir sind an historischen Ringwällen unterwegs und kommen über das Fuchsrondell.

Nächster längerer Halt ist der Heiligenbergturm, für dessen Bau Steine des Stephansklosters Verwendung fanden. 1094 wurde am Michelsberg (376m) das zweite Kloster am Heiligenberg errichtet. Wir inspizieren die Ruinenreste, nehmen den ausgebauten Mittleren Klosterweg, der an der Waldschänke vorbeiführt und eine Rastmöglichkeit bietet.

Nach der Einkehr tauchen wir erneut in Geschichte. Jetzt in die nicht so güldene. 1934 entstand nach Vorbild griechischer Theater die Thingstätte der Nationalsozialisten. Bis 2017 war der Ort regelmäßig zur Walpurgisnacht bespielt, von bis zu 20.000 Besuchern, die abseits vom Kommerz Party machten. Dadurch ausgelöste Waldbrände und erschwerte Rettungsbedingungen am Heiligenberg besiegelten das Aus des geduldeten Feierns.

Wandern wir weiter in der Zeit rückwärts! Das Kloster St. Michael (9. Jahrhundert) ist in wenigen Teilen erhalten und Steine am Boden zeigen die Umrisse. Zwei Türme erheben sich, es gab einen römischen Tempel, davor waren die Kelten dort und davor Jungsteinzeitler.

Randvoll mit Eindrücken gehen wir die Hochstraße und kommen an Stätten weiterer Auseinandersetzungen vorbei, mit den Schanzen durch die Freischaren, errichtet 1849 im Zuge der Badischen Revolution. Dann sind wir beim Zollstockbrunnen und genießen den Schlossblick – noch so ein Highlight der Geschichte, vielbesucht und über 800 Jahre alt. Der Breitwald-Fußweg leitet zum Siebenmühlental.

Bildnachweis: Von Muck [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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