Vom Eriskircher Ried nach Friedrichshafen


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 17 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 56 Min.
Höhenmeter ca. ↑266m  ↓266m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Zeppelinstadt Friedrichshafen ist nach Konstanz die zweitgrößte Stadt am Bodensee und lockt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten: Schlosskirche, Graf Zeppelin und Zeppelinmuseum, Stadtgarten, Altstadt um St. Nikolaus, Kunst im öffentlichen Raum, Hafen, Bodenseeblicke, Seewald und Eriskircher Ried, unserem Start und Ziel.

Das Naturschutzgebiet Eriskircher Ried zwischen Eriskirch und Friedrichshafen ist das größte NSG am nördlichen Ufer des Bodensees. Auf über 552ha ist der einzigartige Naturraum zwischen Rotach- und Schussenmündung mit weitläufiger Flachuferzone geschützt. Im Schilf, Ried, dem Altwasser, dem Flachmoor, Wiesen und Auwald haben sich zahlreiche Pflanzen angesiedelt und die bieten den Insekten, Vögeln, Amphibien und Fischen paradiesische Zustände. Das freut Natur und Menschen.

Wir starten zwischen dem Ort Eriskirch und dem Bodenseeufer vom Parkplatz an der Riedstraße und dürfen staunender Zeuge von der lebendigen Natur werden. Die Wanderrunde leitet uns in Ufernähe nach Friedrichshafen, wobei wir einige schöne Seeblicke genießen, wie zum Beispiel von der Aussicht Altes Strandbad.

Durch die abwechslungsreiche Landschaft kommen wir nach Seewiesenesch, folgen ein Stück der Seewiesenstraße, biegen in den Eriskircher Weg und machen Station an der Seedole mit der Aussicht „Zugplanbeobachtungen“, blickt über den Bodensee und nach Friedrichshafen.

Es wird betriebsamer auf dem weiteren Weg nach Friedrichshafen und wir haben die nächste Aussicht auf Höhe des CAP Rotachs bei der Rotachmündung. Wir wandern durch das Areal des Platzes an der Rotach mit Camping und Hotel, queren die Rotach und wandern zur Hüni-Wiese. Dort geht es auf der Östlichen Uferstraße mit Sandstrand und Spielgelände weiter zum Hafen Friedrichshafen mit Sehenswürdigkeiten wie dem Schiffskran und den vor Anker liegenden Booten.

Highlight ist sicherlich das Zeppelin Museum im ehemaligen Hafenbahnhof. Wer sich für Luftschifffahrt interessiert, muss da einfach rein. Das Museum beherbergt die weltweit größte Sammlung zur Geschichte und Technik der Luftschifffahrt, mit einem rekonstruierten Teil der Hindenburg, die 1936 ihre Jungfernfahrt hatte und 1937 bei der Landung in Lakehurst in New Jersey ihr feuriges Ende fand, dabei Menschen das Leben kostete.

Ferdinand Graf von Zeppelin wurde 1838 in Konstanz auf der Dominikanerinsel geboren und starb 1917 in Berlin. 1874 hatte er, damals im Militärdienst, die Idee ein lenkbares Luftschiff zu bauen. Er legte die Keimzelle des noch heute agierenden Konzerns Zeppelin GmbH, die „bodennah“ im Betätigungsfeld von Baumaschinen unterwegs ist.

Wir wandern entlang der Seestraße, sehen See und Kunst, den Gondelhafen, genießen den Stadtgarten mit Brunnen, Denkmälern, wandern die Uferstraße und gelangen zu einer Komposition von Kunst und Technik: das Klangschiff. Es dient als Bühne für Musiker und Akrobaten. Künstler Helmut Lutz baute es während des Balkankriegs und schickte es als Botschaft für den Frieden entlang der Donau bis an die Grenze zu Serbien. Seit 2000 ist es in Friedrichshafen.

Dann kommen wir am Württembergischen Yacht-Club vorbei, treffen nochmals auf Graf Zeppelin und gelangen zum Schloss Friedrichshafen mit Schlosskirche und Schlosspark. Die Schlosskirche ist das Wahrzeichen von Friedrichshafen, das übrigens auch an der Oberschwäbischen Barockstraße liegt. 55m hoch ragen die beiden Türme in den Himmel. 1702 wurde die Kirche errichtet und war Teil des Klosters Hofen. Beim Anblick vom Stuck im Inneren wird sicher nicht nur mancher Stuckateur-Azubi bleicher als der Werkstoff. Das Schloss Friedrichshafen, Kloster Hofen, ist ein ehemaliges Benediktinerkloster, das 1085 gegründet wurde. Das Schloss wird durch das Haus Württemberg privat verwaltet.

Klosterstraße, Schlossstraße, Schmidtstraße, Friedrichstraße lauten unsere nächsten Wege, die uns am Schulmuseum vorbeiführen, dann an der anderen Kante des Stadtgartens entlang und in den Kern von Friedrichshafen rund um die Kirche St. Nikolaus mit dem markanten Glockenturm, der zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt wurde. Im 15. Jahrhundert wurde aus einer Kapelle diese gotische Kirche.

Durch die Stadt, dann mit dem bereits bekannten Abschnitt am Ufer bis zur Seedole, wandern wir Richtung Eriskirch. Bei der Seewiesenstraße machen wir aber jetzt einen Bogen durch den Seewald, der als grüne Lunge fungiert. Die große zusammenhängende Waldfläche ist wichtiges Gebiet für etliche geschützte Tierarten, die sich in dem abwechslungsreichen Wald wohlfühlen. Ein dichtes Wegenetz führt durch die Erlen, Eschen, Rotbuchen, Eichen und Hainbuchen. An einem Einkaufscenter von Eriskirch vorbei gelangen wir zum Zielpunkt im Eriskircher Ried.

Bildnachweis: Von Clemens Pohl [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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