Stadtspaziergang durch Oranienburg an der Oberhavel (Brandenburg)


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 1 Min.
Höhenmeter ca. ↑74m  ↓74m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Oranienburg ist Verwaltungssitz des Landkreises Oberhavel und liegt gut 35km nördlich von Berlins Mitte. Man kommt gut mit dem Auto (Berliner Ring) nach Oranienburg, aber noch mal so bequem mit der S-Bahn-Linie S 1, die vom Wannsee über Potsdamer Platz, Friedrichstraße und Nordbahnhof nach Oranienburg fährt.

Wir sind (leider) mit dem Auto unterwegs und starten deshalb nicht am Bahnhof, sondern am großzügigen Parkplatz zwischen Berliner Straße und Breite Straße (B 273). Von hier spazieren wir direkt auf Schloss Oranienburg zu, das älteste Barockschloss Brandenburgs.

1551 ließ Kurfürst Joachim II. eine ältere Burg abreißen und baute hier ein Jagdhaus. Ein Nachfahre schenkte das Jagdhaus samt Dorf (damals hieß das noch Bötzow) und Land seiner Gattin Luise Henriette von Oranien, die das Jagdhaus 1651-55 in ein Schloss im Stile des niederländischen Klassizismus umbauen. Später folgten vor allem unter Kurfürst Friedrich III. weitere, barocke Ausbauten, die ihm gut zu Gesicht standen, als er 1701 erster König von Preußen wurde.

Schloss Oranienburg, übrigens eines der vier Stammschlösser des niederländischen Königshauses, wurde 1802 verkauft, dann als Fabrik genutzt, später u.a. als Kaserne für die SS-Totenkopfverbände, Kolonialpolizei und die Grenztruppen der DDR. Mit der Ausrichtung der Landesgartenschau 2009 wurde der Schlosspark Oranienburg wiederhergestellt. Der kostet zwar Eintritt (im Jahr 2017 liegt der bei 1 Euro), lohnt aber einen Abstecher.

Weiter geht es zum kleinen Schlosshafen an der Oranienburger Havel. Die Havel passieren wir auf dem August-Wilhelm-Steg und spazieren nun auf die Sachsenhausener Straße, dann links in die Bernauer Straße bis wir auf die Straße der Einheit treffen und links abbiegen.

Wir gehen jetzt zur Gedenkstätte Sachsenhausen. Hier wurde 1936 das KZ Sachsenhausen eingerichtet, in dem mehrere Zehntausend Menschen umkamen. Im KZ Sachsenhausen wurde Lagerkommandanten ausgebildet, medizinische Versuche durchgeführt und die Gestapo nutzt Bereiche als Sondergefängnis. 2001 wurde hier in einem Museumsneubau die Gedenkstätte Sachsenhausen mit einer eindrücklichen Ausstellung eröffnet.

Von diesem Ort, der an die dunkle Tage der Geschichte erinnert, gehen wir nun zu einem fröhlicheren Platz, dem Lehnitzsee. Der Lehnitzsee ist Teil der Havel-Oder-Wasserstraße und die Uferbereiche ein beliebtes Naherholungsgebiet für Oranienburg.

Später passieren wir die Bahntrasse und kommen wieder zur Oranienburger Havel, die wir kreuzen und ihr dann ein Stück folgen, bis es nach links in die Altstadt von Oranienburg geht. Hier spazieren wir noch zur evangelischen St. Nicolai Kirche, die 1864-66 im Auftrag von König Wilhelm IV. im neuromanischen Stil erbaut wurde.

Direkt neben der Kirche steht ein großer Backsteinbau im holländischen Stil. Es wurde von Kurfürstin Louise Henriette 1665 als Waisenhaus gestiftet und war eine der ersten Einrichtungen dieser Art in der Mark Brandenburg. Bis in die 1920er Jahre beherbergte das Haus elternlose Kinder. Heute ist hier das Gesundheitsamt des Landkreises untergebracht.

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