Die Schusteracht, wer weiß, wie viele Sohlen durchscheuern, ist ein Weitwanderweg, aber auch ein Rad- oder Reitweg, wo sich die Mitte der 8 in Preetz befindet. Preetz ist eine Kleinstadt südöstlich von Kiel im schleswig-holsteinischen Kreis Plön. Man kann die Schusteracht in eine Nordschleife (ca. 28km) und Südschleife (ca. 34km) unterteilen. Es kommen insgesamt rund 62km auf die Uhr in der Holsteinischen Schweiz.
In der Nordschleife, die die vorliegende Runde zuerst absolviert, ist das Schwentinental mit Wildpark bei Raisdorf ein möglicher Übernachtungsort. Die Südschleife macht es etwas schwieriger, denn hier ist überwiegend Feldflur und Seenlandschaft, mit Höfen, teils Ferienwohnungen, und es gäbe Seecamping Gläserkoppel beim Reiterhof am Lanker See.
In Preetz wurde die Schwentine zum Kirchsee aufgestaut. Preetz ist historisch gesehen die „Schusterstadt“, denn hier gab es einst zahlreiche Schuhmacher. Die lustige Skulptur auf dem Marktplatz hat sich daran orientiert. Man findet in Preetz auch ein Holzschuhmuseum.
Wir starten am Marktplatz und wandern gen Norden. Dabei kommen wir am Heimatmuseum vorbei, über die Alte Schwentine zur Sehenswürdigkeit des Klosters Preetz, das vermutlich 1213 unter dänischer Herrschaft als Benediktinerkloster gegründet worden war. Die Gesamtanlage mit der Klosterkirche ist sehr sehenswert.
Der Touren-Guide ist neben dem GPS auch die rund 68km lange Schwentine, die auf dem Weg in die Kieler Förde ist. Ihrem Lauf folgend kommen wir durch Wald, Wiesen, Auen über den Weinberg nach Rastorf mit Herrenhaus und Gutshof. Bei Rosenfeld ist der Rosensee der Schwentine, die wir hier queren und wo wir beim Wildpark Schwentinental auskommen. An dem vorbei geht’s nach Raisdorf. Das ist per Bahn mit Preetz verbunden. Der zweite Teil der Nordschleife führt durch Kulturlandschaft und den Wald Rönner Gehege sowie durch den zweigeteilten Postsee der Alten Schwentine.
Wir sind wieder in Preetz, kommen über den Marktplatz, bei der Kläranlage über die Schwentine. Durch die Kulturlandschaft und den Lustpark mit Motte Rethwisch gelangen wir durch Rethwisch und im weiteren Verlauf nach Lehmkuhlen mit Gut- und Forstverwaltung, im Ursprungsgebiet der Spolsau. Zum Areal gehört ein Arboretum, das 1820 beim Gutshof angelegt wurde. Die Lehmkuhlener Tannen werden gestreift und es geht nach Trent. Nächster Ort der gestreift wird ist Sophienhof, gefolgt von Wielen am Wielener See. Dazwischen wäre der eingangs erwähnte Seecamping Gläserkoppel per Abstecher zu erreichen.
Das nächste kulturelle und historische Highlight ist Wahlstorf-Hof mit dem Gut Wahlstorf. Er liegt am buchtenreichen Lanker See, dessen Fläche auf gesamt fast 360ha kommt. Das Gut Wahlstorf in der Holsteinischen Schweiz ist eine der ältesten Gutsanlagen Schleswig-Holsteins, geht auf das 15. Jahrhundert zurück und wurde in einem spätmittelalterlichen Stil erbaut. Victor Baron von Plessen (1900-1980) hatte hier gewirkt, war Forschungsreisender, Ornithologe und Filmemacher. Die Gutsanlage ist bei angemeldeten Führungen zu besichtigen oder im Rahmen von Veranstaltungen.
Wandernd auf dem Kaiskamp gelangen wir zum Naturschutzgebiet Kührener Teich und Umgebung. Hier trifft man auch auf eine NABU-Beobachtungshütte. Kulturnatur, Wassermühle Kühren, Wiesen und Wald, das Schutzgebiet „Halbinseln und Buchten im Lanker See“ liegen auf dem Weg nach Preetz zurück, wo wir am Ostufer des Kirchsees noch ein Stück wandern.
Bildnachweis: Von Dirkjot [CC0] via Wikimedia Commons
Die tolle Wanderrunde um den Lanker See ist knapp 14 Kilometer lang und befindet sich südöstlich von Kiel im Kreis Plön. Der Streckenverlauf ist...