Schloss Kuckuckstein und die Kleine Bastei im Seidewitztal (Liebstadt)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 9 Min.
Höhenmeter ca. ↑340m  ↓340m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wenn ein Ort schon Liebstadt heißt, kommt das einem Versprechen gleich. Das könnte Druck erzeugen. Der hat keine Chance aufgrund der romantischen Lage des Städtchens in der Vorgebirgslandschaft des Osterzgebirges. Zerklüftete Bergmassive, urwüchsige Waldgebiete, hügelige Flure, die Seidewitz und das Schloss Kuckuckstein lassen sich bei der Wanderung erleben.

Wir starten gegenüber dem Rathaus und der evangelischen Kirche von Liebstadt, das übrigens seit 1492 Stadtrecht hat. Die spätgotische Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und beherbergt eine Sandstein-Renaissance-Kanzel aus dem 16. Jahrhundert. In Liebstadt finden sich weitere Baudenkmäler im Charme des 18./19. Jahrhunderts.

Die Wanderung mit dem Uhrzeiger folgt dem Weg Roter Busch entlang Waldrand und Flur aufwärts, vorbei am Roten Vorwerk. Nach ca. 1,4km sind wir bei 458m am höchsten Punkt der Runde, folgen dem Roten Busch durch Rechtsabbiegen bei einer Schutzhütte mit Grillplatz. Abwärts geht’s durch den Wald, erst gen Osten, dann gen Norden und hinunter an die K8763 nach einer Bachquerung. Wir sind dann im Tal der Seidewitz an der Großröhrsdorfer Straße, wo unsere Wanderung eine Wende macht.

Die Seidewitz hat ihre Quelle im Gebiet von Bad Gottleuba-Berggießhübel, misst 25km und mündet in Pirna in die Gottleuba. Wir sind an der noch jungen Seidewitz und wandern ihrer Quelle entgegen nach Liebstadt. Dabei kommen wir via Weiberrutsche durch Wald bergauf, halten uns rechts und gelangen zum felsigen Aussicht Kleine Bastei, gut 80m oberhalb des Flusslaufs.

Wir nähern uns Liebstadt, queren die Seidewitz, nehmen die Pirnaer Straße, kommen erneut über die Seidewitz und mit Wald hinauf zum Schloss Kuckuckstein, das auf einem Gneisfelsen rund 30m über der Stadt steht. 1410 wurde es erstmalig genannt, ist aber älter, vermutlich um 930. Im 17./18. Jahrhundert erfolgte eine Erneuerung im Rokokostil. 1813 nächtigte Napoleon hier. DDR-Filme wurden hier gedreht und in 2012 war es Kulisse für Schneeweißchen und Rosenrot. Vielfache Besitzerwechsel fanden statt, bis in unsere Zeit. Ein Hin und Her zwischen Liebstadt und privaten Investoren.

Das Schloss, auf vier Ebenen, mit Zugbrücke und Bergfried, hat eine Freimaurerloge, einen Rittersaal, in dem Ehen geschlossen werden können, wenn mögliche Baumaßnahmen nicht als störend wahrgenommen werden. Zum Erhalt des Schlosses hat sich ein Förderverein gegründet. Vom Ausgangsort trennen uns noch 1,5km.

Bildnachweis: Von Jörg Blobelt [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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