Die Wanderung führt im Bezirk Lienz im österreichischen Tirol zum Obstanser See in den Karnischen Alpen. Der rund 3ha große Obstanser See im Hochpustertal liegt auf einer Höhe von 2.300m unterhalb des Karnischen Hauptkamms. Der seinerseits stellt die Grenze dar zur italienischen Provinz Belluno in der Region Venetien. Am See aus der Eiszeit steht die Obstansersee-Hütte am Karnischen Höhenweg. Man sieht auf der Karte auch die Obstanser Eishöhle. Hier ist im Vorfeld eine gute Planung nötig, um die zu besuchen. Der Zustieg ist schwierig und besser ist es, im Sommer die Höhle per Führung zu machen.
Wir starten auf rund 1.420m und werden zwischen dem Roßkopftörl (2.493m) und dem Roßkopf (2.603m) den höchsten Punkt erreicht haben, nach vielleicht etwas über der Hälfte der Rundwanderung, die beim Sportzentrum Kartitsch beginnt. Im Uhrzeigersinn erwarten uns Bergmischwald, Erschbaumer-Tal-Bach, Alpenflora, wir kommen über die Waldgrenze, Obstanser See mit Hütte und der Winkler-Tal-Bach. Vom Start weg und im Uhrzeigersinn sind wir im Tal des Gailbachs.
Durch den Wald und mit dem Eschbaumer-Tal-Bach wandern wir in südliche Richtung – ein Schritt nach dem anderen, immer höher hinauf. Wenn wir die Waldgrenze unter uns lassen und den Unterstand Tscharre, sind die 2.000m beinahe geknackt und ca. 6km gewandert. 2 weitere bergige Kilometer weiter sind wir am Roßkopftörl und kurz drauf am Obstanser See. Der ist übrigens nach dem Wolayer See (3,8ha) auf der Kärntner Seite des Kamms der zweitgrößte Bergsee in den Karnischen Alpen. Im Obstanser See wurden im 19. Jahrhundert Forellen eingesetzt, deren Nachkommen sind dort noch zu finden. Das Ufer des Sees ist teils begrünt und teils von Schutthalde geprägt. Die Flora ist reichhaltig aufgrund der verschiedenen Zonen.
Wir gönnen uns eine leckere Rast auf der Obstansersee-Hütte mit Betten und Lagern. Die Hütte wurde in der Vergangenheit mehrfach ausgebaut und erweitert, um die friedlichen Wanderer zu empfangen. Einst war dieser Ort nicht weit entfernt von der Frontlinie zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Nach der Pause wandern wir nah an der Obstanser Eishöhle vorbei und talwärts, wobei wir den Winkler-Tal-Bach treffen und die Prinz-Heinrich-Kapelle am Unterstand Obstanser Boden. Kurz später wandern wir wieder in den Waldbereich und verfolgen den Bachlauf, bis wir wieder am Start sind.
Bildnachweis: Von Whgler [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons