Rundwanderung am Müritzsteilfufer bei Rechlin (Mecklenburger Seenplatte)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 35 Min.
Höhenmeter ca. ↑54m  ↓54m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Müritz ist der größte See der Mecklenburger Seenplatte und nach dem Bodensee auch zugleich der größte See in ganz Deutschland. Das ist natürlich auch für Wanderer ein interessanter Flecken Erde, den es zu erkunden gilt. Wir haben uns eine kurze Runde ausgesucht, die bei Rechlin am Ostufer der Müritz verläuft.

Der Kernort Rechlin liegt an der Kleinen Müritz, wir starten aber im Ortsteil Rechlin Nord, in der Nachbarschaft des Bundeswehrdepots. Wir spazieren ein kurzes Stück entlang der Boeker Landstraße und biegen dann an der Kreisstraße K 3 nach links in den Wald ab.

Dann wandern wir nordwärts Richtung Prelitzsee, den wir aber nicht zu Gesicht bekommen, weil wir vorher links abknicken und den Bolter Kanal ansteuern. Der Bolter Kanal soll die erste schiffbare Verbindung zwischen der Müritz und Berlin gewesen sein. Über den Caarpsee und den Woterfitzsee verbindet der Bolter Kanal die Müritz mit dem Leppinsee. Mit der sich anschließenden Seenkette war eine schiffbare Verbindung zwischen den (westlichen) Eldegewässern und den (östlichen) Havelgewässern geschaffen. Nach dem Bau des Mirower Kanals mit der Schleuse Mirow wurde diese Strecke zur Alten Fahrt.

Vom Bolter Kanal wandern wir nun zum Müritzsteilufer, das auf 278ha Fläche als Naturschutzgebiet Müritzsteilufer bei Rechlin ausgewiesen ist. Das Steilufer wird von einem zur Müritz steil abfallenden Hang einer Grundmoräne gebildet. Das Schutzgebiet zieht sich vom Bolter Kanal nördlich bis zum Hafendorf Müritz am Claassee.

Auf dem Steilufer und an angrenzenden Uferbereichen wächst ein Flatterulmenwald. An feuchten Standorten sind Orchideen und Seggenfluren zu finden, während trockene Standorte von kräuterreichen Magerrasengesellschaften und Silbergrasfluren eingenommen werden. Das Müritzsteilufer wird von zahlreichen Graugänsen als Brutgebiet genutzt. Während des Vogelzuges dient es Kranichen als Rastplatz.

Wir wandern durchs Naturschutzgebiet und kommen dann wieder an die Boeker Landstraße. Wer sich noch stärken will, kann einen Abstecher ins nahegelegene Hafendorf Müritz machen, eine Feriensiedlung mit Marina, wo es entsprechende Angebote gibt.

Bildnachweis: Von Schakalmonteur [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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