Runde von der Cordinger Mühle zur Eibia-Lohheide


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 11 Min.
Höhenmeter ca. ↑155m  ↓155m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Das Naherholungsgebiet Eibia gehört zu Walsrode in der Lüneburger Heide. Die Waldlandschaft mit Bachläufen, Hügeln, Heiden und Hügelgräbern umfasst maßgebliche Teile eines geschichtsträchtigen Geländes. Zur NS-Zeit agierte hier das Rüstungsunternehmen Eibia. Durch den Wald führt ein Geschichts- und Erinnerungspfad.

Unsere Wanderung führt vom Bahnhof Cordingen zur Cordinger Mühle, erstmals 1661 genannt. Beim Mühlenteich sehen wir ein wahres Schmuckstück einer historischen Mühle, die an der Niedersächsischen Mühlenstraße liegt. Die 1810 errichtete und sehr schön restaurierte Mühle klapperte bis in die 1950er Jahre im Warnautal. Die Stadt Walsrode hat hier ein Standesamt. Im Müllerhaus ist eine Ausstellung mit Skripten des Autors Arno Schmidt (1914-1979), der von 1945 bis 1950 auf der Cordinger Mühle lebte.

Die Warnau misst rund 18km und fließt zur Böhme, die ihrerseits nach 71km in die Aller mündet. Wir wandern gen Süden mit der Warnau und erleben Abwechslung mit Auenwald und Wiesen im Naherholungsgebiet Eibia. Zwischen zwei Teichen queren wir die K134.

Am Südzipfel dieser Runde sind wir beim Hünenberg, wo die Warnau in die Böhme mündet und einst die Hünenburg gestanden hat, die im 8./9. Jahrhundert wurzelt und sich mehr oder weniger zu erkennen gibt. Knapp 3,4km waren es bis hier.

Wenn wir kehrt machen genießen wir die Lohheide am Weg Lohheide mit dem Hügelgräberfeld. Es ist schon eine interessante Stimmung, die von solchen Orten ausgeht. Gestein, Heide, vereinzelte Bäume und Sträucher. Als habe ein Maler sich das ausgedacht.

Auf den Wegen durch das Gebiet erfahren wir von der Geschichte der Eibia GmbH für chemische Produkte, die im Zweiten Weltkrieg der größte Schießpulverfabrikant im Deutschen Reich war. Wir sehen Reste von Gebäuden oder ahnen gesprengte Bunker, deren Zahl ging in die Hunderte. Im Zuge der Entmilitarisierung wurden sie niedergemacht. Bevor das Erholungsgebiet ausgerufen wurde, musste der Kampfmittelräumdienst ganze Arbeit leisten.

An der Bomlitz entlang liegen die Brockwiesen mit Rastmöglichkeiten. Die Bomlitz nimmt sich fast 22km Zeit, um in die Böhme zu münden. Der Ort Bomlitz bildete einst die Gemeinde Bomlitz, die in der Stadt Walsrode aufging.

Mit einigen Bachquerungen kommen wir durch den Wald in den Süden von Benefeld, wo sich einige Schulen befinden. 1944 war hier für 6 Wochen ein Außenlager des KZ Bergen-Belsen. 400 bis 600 jüdische Frauen polnischer Herkunft wurden von Auschwitz über Benefeld in weitere Lager deportiert. Wir lernen für uns: Hoffnung und Grauen sind Geschwister.

Bildnachweis: Von Olaf Oliviero Riemer [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

Vgwort