Roth an der Our

Im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark in einer Schleife des Ourtals liegt das Dorf Roth. Über die Our spannt sich eine Brücke, die ins benachbarte Bettel nach Luxemburg führt. Die Ersterwähnung als ein größeres Landgut findet sich 1154. Rund hundert Jahre später wurde Roth populärer, denn der Templerorden richtete sich eine Kommende ein, die Komturei wurde erstmalig 1248 in Urkunden notiert.

Das heutige Schloss Roth fußt auf den historischen Mauern, die nach Aufhebung des Templerordens 1314 an die Johanniter gingen. Die ältesten Bauteile vom Schloss Roth sind die Keller aus dem 13., der Treppenturm aus dem 16., das Torgebäude aus dem 17. Jahrhundert und Teile der Ringmauer. Das, was sich dem Besucher heute als Schloss Roth zeigt, geht auf die Neubauten des Jahres 1733 zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zerstört und 1958 wieder errichtet, mit einem dritten Geschoss. Schloss Roth ist in Privatbesitz.

Auf eine ebenso lange Geschichte kann die katholische St. Peter Kirche zurückblicken. Sie wurde im Zuge der in Roth gegründeten Komturei etwa ab 1100 errichtet. Zwei Flankentürme hatte die Kirche ursprünglich, erhalten ist der südliche Turm. Im Bereich der Anlage liegt ein hübsch bewachsenes Torhaus, es konnte ein womöglich noch mittelalterlicher Brunnenschacht entdeckt werden und ein jüngeres Brunnenhaus. Im 15. Jahrhundert wurden Langhaus und Seitenschiffe eingewölbt, Fenster zugemauert, die südliche Seitenapsis wurde zu einer quadratischen Kapelle umgewidmet und die Westfassade erhielt im 18. Jahrhundert ein barockes Kleid.

Nördlich von Roth erstreckt sich entlang der Our ein Waldgebiet. Dieser Kammerwald sollte nach dem Zweiten Weltkrieg an Luxemburg fallen und wurde ab 1949 von Luxemburg verwaltet. Erst 1959 wurde dieser Anspruch gegen Reparationszahlungen aufgegeben. Im Kammerwald steht die 33m hohe Königseiche, deren Alter auf rund 450 Jahre geschätzt wird.