Remscheid-Lüttringhausen

Lüttringhausen liegt im Nordosten von Remscheid in direkter Nachbarschaft zum Wuppertaler Stadtteil Ronsdorf. Der historische Stadtkern Lüttringhausens wird auch als Dorp bezeichnet und präsentiert sich mit einer Vielzahl historischer Gebäude, meist im Bergischen Barock und mit der klassischen Farbgebung schwarzer Verschieferung, weißer Fensterrahmen und grüner Windläden und Türen.

Im historischen Ortskern von Lüttringhausen steht stolz die evangelische Stadtkirche. Die Stadtkirche Lüttringhausen entstand 1735 und gilt als Meisterwerk des Bergischen Barock. Vergleichsweise prunkvoll fällt die Innengestaltung der Kirche aus, die in der restaurierten originalen Farbfassung erscheint und als historisches Musterbeispiel der bergischen Predigtkirche gilt. Seit 2012 ist die Stadtkirche als offene Kirche wochentags zugängig, was ansonsten bei evangelischen Kirchen eher selten ist.

Gegenüber der Kirche auf der anderen Seite des Ludwig-Steil-Platzes liegt die Freilichtbühne, die seit 1928 Schauplatz der Bergischen Heimatspiele ist. 1954 schlossen sich die Theaterbegeisterten in Lüttringhausen zur Lüttringhauser Volksbühne zusammen, die seitdem die Bergischen Heimatspiele ausrichtet.

Hinter der Freilichtbühne stößt man auf die Tannenbergstraße und hier steht die katholische Heilig-Kreuz-Kirche. Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1925-27 mit Satteldach und Schmuckgiebeln im Stil des Traditionalismus der 1920er Jahre in Anlehnung an süddeutsche Barockformen erbaut. Rund um die Heilig-Kreuz-Kirche findet seit 1981 der Bergische 24-Stundenlauf statt, bei dem Staffelmannschaften eine rund 750m lange Strecke rund um die Kirche möglichst oft bewältigen müssen. Die Erlöse kommen einem sozialen Zweck zugute.

Geht man die Tannenbergstraße bis zur Kreuzbergstraße vor und hält sich dann rechts, kommt man zum alten Rathaus, das 1907-08 unter Einfluss des Jugendstils errichtet wurde und bis zur Eingemeindung von Lüttringhausen nach Remscheid Sitz des Bürgermeisters war. Markantes Merkmal des Rathauses ist der achteckige, verschieferte Rathausturm mit der umlaufenden und nicht begehbaren Galerie und der Turmuhr.

Ein weiteres auffälliges Gebäude liegt noch ein Stückchen weiter nördlich. Es handelt sich um die Justizvollzugsanstalt Remscheid. Die JVA entstand 1902-06. Der historische Zellentrakt hinter der Eingangspforte neueren Datums besteht aus einem vierflügeligen Gebäude aus überwiegend verputzten Backsteinen. An dessen Stirnseite steht ein viereckiger, ebenfalls in Backsteinweise errichteter Kirchturm, der den Gefängniskomplex deutlich überragt.