Oldenburg in Holstein im Kreis Ostholstein ist über 285km mit dem Auto von der niedersächsischen Stadt Oldenburg südwestlich von hier entfernt und nicht zu verwechseln. Wir tauchen tief in die Geschichte von Oldenburg in Holstein ein, am Oldenburger Wall, dem Rest einer slawischen Befestigungsanlage aus dem 7. Jahrhundert. Er gehört zu den bedeutendsten Bodendenkmälern in Schleswig-Holstein, ist frei zugänglich und kostenlos.
Unsere Wanderung durch die Zeit umfasst zudem das Wallmuseum (lohnenswerter Eintritt) als Freilichtmuseum mit etlichen Gebäuden und dem Inselheiligtum zum Beispiel. Wir starten beim Parkplatz am Wallmuseum und wandern gegen den Uhrzeigersinn und um die Seenlandschaft. Im nördlichen See auf dem Inselchen ist das slawische Inselheiligtum ausgewiesen. Die Funde, die bei Ausgrabungen des Ringwalls gemacht wurden, sind in diversen Ausstellungen präsentiert. Wir kommen am Schluss der Runde zum Beispiel zu den Museumsgebäuden: Gildemuseum, Dannauer Scheune, Altgalendorfer Scheune, Bootshaus und weiteren Gebäuden im Museumshof.
Wir genießen nun die natürlich gestaltete Anlage und einige Behausungen von einst, nebst Gärtchen. Linkerhand sind der Wallsee und der Priestersee. Wir kommen schließlich zum Oldenburger Wall. Ende des 7. Jahrhunderts war die erste Bauphase des Burgwalls und der Siedlung darin, die der Wall beschützte. Die Slawen wählten die Lage auf einem eiszeitlichen Höhenzug nördlich des Oldenburger Grabens. Im 11. Jahrhundert nannten sie ihre Anlage bereits Starigard = alte Burg. Daraus wurde das Deutsche Aldinburg und schließlich Oldenburg. Wir wandern einmal um den erhaben gelegenen und gemähten Wall herum. Südlich davon ist die Johanniskirche, die einen Abstecher wert ist, wenn man sich für historische Backsteinromanik interessiert. Die Kirche wurde zwischen 1156 und 1160 vom Oldenburger Bischof als Basilika errichtet und ist damit eine der ältesten Backsteinkirchen Nordeuropas.
Die Wallrunde schließt sich und durch das Freilichtmuseum kommen wir wieder zum Ausgangsort zurück und lassen uns noch eine Weile von der Historie vereinnahmen. Östlich des Walls wäre als weiterer Park der Stadtpark ein mögliches Ziel – oder aber das Innenstädtchen südlich rund um den Markt, mit Geschäften und Gastronomie.
Bildnachweis: Von Willi Heidelbach [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons