Niedergründau (Gründau)

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Niedergründau ist einer der sieben Ortsteile der Gemeinde Gründau und liegt am Fuße des Ronneburger Hügellandes. Der befestigte Kirchberg, auch Schieferberg genannt, war im Mittelalter kirchlicher wie auch weltlicher Mittelpunkt des Gerichts Gründau.

1217 wurde die evangelische Bergkirche erstmals erwähnt, ist aber wahrscheinlich sogar noch älter. Die Turmfundamente sollen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts sein. Der Turm, wie er sich heute auf dem Kirchberg zeigt, ist aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. 1838-40 entstand das klassizistische Kirchenschiff als Saalbau, an dessen Nord-, West- und Südwand Emporen angebracht sind.

Der besondere Kirchenschatz der Niedergründauer Bergkirche ist die Ratzmann-Orgel, die 1839 von Georg Franz Ratzmann aus Thüringen gebaut wurde. Sein Sohn August Wilhelm stelle sie auf und es war dessen Opus No. 1 sozusagen, sein erster Orgelbau. Die Ratzmann-Orgel in Niedergründau gehört zu den wenigen Zeitzeugen, die kaum Umbauten erfahren musste und so im alten Klang ertönt. Auch die über hundert Jahre alte Uhr mit Räderwerk in der Stube funktioniert prima.

Das Heimatmuseum in Niedergründau ist nach und nach gewachsen und in drei hübschen Gebäuden untergebracht: Die Alte Schule in der Obergasse 20, das Haus Häfner, ein Bauernhaus mit Scheune nebenan, und die Schmiede Lenz in der Obergasse 1.

1996 wurde die Alte Schule zum Heimatmuseum. Themen sind, passenderweise im Keller, Archäologie und die Darstellung einer Hausschlachtung. Dass es sich um eine Schule handelt, wird sehr deutlich im Erdgeschoss, wo die alten Bänke, in denen womöglich noch der Schweiß Hunderter Schüler steckt, wie in einem Klassenzimmer aufgestellt sind. In den Vitrinen finden sich Exponate und Schriften. Auch das Archiv mit Kirchenbüchern ist in der Alten Schule.

Das Haus Häfner kam 2003 zum Bestand des Heimatmuseums. Eine Reise durch die Wohnwelt aus den letztem halben Jahrhundert begleitet einen durch das Haus und erinnert einen sicher mehr als einmal an seine Eltern oder Großeltern – manches von den netten Möbeln ist ja wieder in. Raucher erfahren im oberen Flur, wie aus einem Tabakblatt eine Zigarre gedreht wird.

Die Schmiede Lenz ist der dritte Ort im geschichtlichen Bunde des Heimatmuseums. Sie ist oft Ziel von Schulklassen und Gruppen, die sich hier einen Einblick verschaffen können, wie ein Schmied vor rund dreißig Jahren geschafft hat, denn sie wurde genau so belassen, wie sie war und ist voll funktionstüchtig.