Mindelheim: Stadtrundgang, Bergwald und Unggenrieder Weiher


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑253m  ↓253m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Mindelheim ist die Kreisstadt des Landkreises Unterallgäu, liegt gut angebunden an der A 96, die südlich des Stadtkerns verläuft, ist von etlichen Wiesen und Feldern umgeben und hat Wald: den Mindelheimer Stadtwald nordöstlich und den Bergwald westlich, den wir heute auch erkunden. Dazu legen sich uns zu Füßen: die Mindel, die Mindelburg, der Tiergarten, die Unggenrieder Weiher und die wunderschöne historische und farbenfrohe Altstadt von Mindelheim.

Der Parkplatz Schwabenwiese ist unserer. Hier sind Sportplätze und die Mindel wird zweiarmig geführt, um zwei Weiher und einen Hochwasser-Überlauf herum. Einer der Weiher heißt Schielle-Weiher, benachbart ist das Freibad Mindelheim. Über uns erhebt sich aufgerundet 70m über Innenstadtniveau die Mindelburg, die wir uns am Ende von außen näher ansehen. Die Mindel misst 78km, kommt aus der Nähe von Ronsberg und fließt bei Gundremmingen in die Donau, sie ist von Süd nach Nord unterwegs.

Und wir in die Gegenrichtung, auf der Tiergartenstraße durch den Mischwald Tiergarten, der Papierbach fließt links von uns. Links ist ein Naturlehrgarten, der sich der heimischen Flora widmet. Feldflure umgeben Unggenried, das wir südlich streifen. Abwechslungsreich bleibt es bei der Westumrundung der Unggenrieder Weiher: Wald, Wiese, Feld und Wasser der Westernach.

Wir biegen nach rechts in die Zollstraße, queren die St2518, aus Zoll- wird Memminger Straße, von der wir nach links abbiegen, um den Mindelheimer Bergwald aufwärts zu erkunden. Wenn es wieder abwärts geht sind wir auf der Bergwaldstraße und treffen auf zwei Kapellen.

Die erste am Katharinenberg mit Aussichtspunkt ist die katholische Katharinenkapelle (1606/07) als achteckiger Zentralbau mit Dachreiter nebst einstigem Mesnerhaus. Schräg gegenüber ist die kleinere katholische Herrgottsruhkapelle (1718) mit Pilastern.

Wir wandern die Hermeleallee. Auf der anderen Seite arbeitet seit 1900 die Lindenbrauerei. Wir kommen zur Liebfrauenkapelle des Leprosenhauses an der Memminger Straße, Das Leprosenhaus wurde 1360 genannt und im 17. Jahrhundert erneuert. Die Liebfrauenkapelle wurde im Kern 1455 errichtet. Sie beherbergt die spätgotische Mindelheimer Sippe, die Heilige Sippe, eine Ikonografie der Verwandtschaft von Jesus.

Jetzt kommt der Altstadtrundgang, für den braucht es eigentlich eine Broschüre, denn hier ist an fast jedem Bau etwas Besonderes. Am Schrannenplatz ist die Jesuitenkirche mit Wurzeln im 13. Jahrhundert, benachbart steht das Textilmuseum, die Mindel kommt vorbei.

Wir spazieren zum Kirchplatz an dem das Kloster zum Hl. Kreuz der Franziskanerinnen, 1456 gegründet, zwischen 1680 und 1740 als barocke Klosteranlage errichtet steht und sich seit 1948 das Heimatmuseum Mindelheim befindet.

Am Platzende reckt die Stadtpfarrkirche St. Stephan (als barocker Neubau 1712) nebst einer Gruftkapelle gotischen Ursprungs ihren Turm. Dahinter ist der Stadtgraben, der bis 1809 mit Wasser gefüllt war. Dann nehmen wir die Maximilianstraße, die in beiden Richtungen durch Torbauten geziert ist. Das Obere Tor nahe der Stephanskirche stammt von 1337, ist mit Stadtuhr und „Arme-Sünder-Glocke“ bestückt, am anderen Ende kommen wir hernach durch das Untere Tor, erstmals 1263 genannt, heute mit Stadtarchiv.

Der Marienplatz bildet das Zentrum der Stadt, zeigt den Marienbrunnen (1763) und wird vom Rathaus Mindelheim flankiert, dem einstigen Weberhaus aus dem Jahr 1783. Die Neorenaissancefassade ist von 1897. Sehr schmuck! Auf der anderen Seite der Maximilianstraße fällt die Kapelle im ehemaligen Heilig Geist Spital (1658) durch die klassizistische Fassade (1830) und das Türmchen auf.

Sobald wir uns von dem hübschen Flair trennen können, geht’s zur (teils vermieteten) Mindelburg. Das Wahrzeichen Mindelheims erhebt sich auf dem Georgenberg (664m). Älteste Bauspuren verweisen auf das 12. Jahrhundert, man sieht ihren Zustand zur Zeit des Wiederaufbaus des 17. Jahrhundert. Der 24m hohe Bergfried dient auch als Aussichtsturm. In der St.-Georgs-Kapelle (1370) steht eine spätgotische Madonna (1490).

Bildnachweis: Von Richard Mayer [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

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