Bei mehrtägigen Wanderungen mit Hund gehört zur Planung mehr als Route, Regenjacke und Wanderkarte, denn auch Dein vierbeiniger Begleiter hat besondere Bedürfnisse, die Du berücksichtigen solltest. Gerade bei längeren Touren durch die Berge oder entlang der Küste zeigt sich, ob die Verpflegung stimmt und der Hund fit bleibt. Denn was zu Hause im Napf funktioniert, kann unterwegs schnell zum Problem werden.
Beim Packen für eine Mehrtagestour mit Hund gilt es Gewicht zu sparen, ohne auf Qualität zu verzichten. Trockenfutter ist leichter als Nassfutter und lässt sich portionsweise in wiederverschließbaren Beuteln verstauen. Pro Tag rechnet man je nach Größe und Aktivitätslevel des Hundes mit etwa 1 bis 2 Prozent seines Körpergewichts an Trockenfutter, somit benötigt ein 20 Kilogramm schwerer Hund also rund 200 bis 400 Gramm Futter täglich. Bei einer dreitägigen Wanderung summiert sich das auf etwa 600 bis 1200 Gramm, die gut verstaut werden wollen.
Besonders wichtig ist die Auswahl des richtigen Futters, besonders wenn der Hund zu Unverträglichkeiten neigt. Auf längeren Touren, bei denen Tierarztbesuche nicht spontan möglich sind, sollte das Futter gut verträglich sein. Für Hunde mit empfindlichem Magen oder bekannten Allergien eignet sich hypoallergenes Hundefutter auf Monoprotein-Basis. Das reduziert das Risiko für allergische Reaktionen unterwegs deutlich.
Mindestens genauso wichtig ist die Trinkwasserversorgung. Ein aktiver Hund braucht pro Kilogramm Körpergewicht etwa 50 bis 60 Milliliter Wasser am Tag, bei warmem Wetter oder anstrengenden Aufstiegen auch deutlich mehr. Faltbare Reisenäpfe aus Silikon passen in jede Seitentasche und eine leichte Trinkflasche mit integriertem Napf spart Platz im Rucksack. Auch wenn unterwegs Bäche verfügbar sind, solltest Du vorsichtig sein, denn nicht jedes Gewässer ist zum Trinken geeignet – Verschmutzungen oder Parasiten (wie Blaualgen oder Giardien) können dem Hund schaden. Auf Etappen ohne sichere Wasserquellen solltest Du daher ausreichend Trinkwasser für Deinen Hund einplanen.
Körperliche Belastung kann bestehende Empfindlichkeiten verstärken. Wenn Dein Hund sich auf der Tour plötzlich häufiger kratzt, die Pfoten intensiv beleckt oder unruhig wirkt, können das erste Hinweise auf eine Futtermittelallergie sein. Typische Symptome sind Juckreiz an Kopf, Ohren und Pfoten, gerötete Hautstellen oder Verdauungsprobleme wie Durchfall und Erbrechen. Da Dein Hund auf mehrtägigen Touren viel in Bewegung ist, zeigen sich solche Reaktionen oft deutlicher als im Alltag.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Allergie und Unverträglichkeit: Eine Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine oder andere Futterbestandteile, während eine Unverträglichkeit meist auf einen Enzymmangel oder Stoffwechselprobleme zurückgeht. Beide können ähnliche Symptome zeigen, erfordern aber unterschiedliche Maßnahmen. Bei Unsicherheit kann gegebenenfalls eine Ausschlussdiät in Betracht gezogen werden, für die allerdings genügend Zeit eingeplant werden sollte.
Hunde mit Futtermittelallergien oder Unverträglichkeiten profitieren von hypoallergenem Hundefutter, das auf eine einzige Proteinquelle setzt. Diese sogenannten Monoprotein-Konzepte können das Risiko allergischer Reaktionen senken, weil der Körper weniger verschiedene Eiweiße verarbeiten muss. Besonders hilfreich sind Proteinquellen wie Pferd, Strauß oder Insekten, die Dein Hund bisher noch nicht gefressen hat. Manche Hersteller setzen zudem auf hydrolysiertes Eiweiß, bei dem die Proteine in kleinere Bausteine aufgespalten werden und vom Immunsystem kaum noch als Allergen erkannt werden.
Beim Kauf solltest Du auf die Deklaration achten, denn bei der Aufschrift „Monoprotein“ oder „Single Protein“ sollte wirklich nur eine Fleischsorte enthalten sein, Zusatzstoffe und Konservierungsmittel können bei empfindlichen Hunden Reaktionen auslösen. Vor einer Futterumstellung, besonders vor einer längeren Tour, ist eine Rücksprache mit dem Tierarzt sinnvoll, um Mangelerscheinungen oder Unverträglichkeiten auszuschließen. Außerdem sollte die Umstellung nie kurzfristig vor einer Mehrtagesreise stattfinden.
Der Fütterungsrhythmus auf Wanderungen unterscheidet sich vom Alltag. Viele Hundehalter teilen die Tagesration in zwei bis drei kleinere Portionen auf, um den Magen-Darm-Trakt nicht zu überlasten. Eine große Mahlzeit direkt vor oder nach einer anstrengenden Etappe kann zu Übelkeit oder Magendrehung führen. Besser ist es, morgens eine kleine Portion zu geben, mittags eine Pause mit Wasser einzulegen und abends nach der Etappe in Ruhe zu füttern.
In den Pausen sollte der Hund Zeit zum Ausruhen und Verdauen haben. An heißen Tagen sollte Dein Hund in den Pausen im Schatten liegen können, damit er nicht überhitzt. Zur Notfall-Apotheke für den Hund gehören Zeckenzange, Pfotenbalsam, Verband, ein leichtes Desinfektionsmittel und bei Bedarf Medikamente gegen Durchfall oder Übelkeit, die am besten auch vorher mit dem Tierarzt abgestimmt werden sollten. Auch Sonnenschutz für empfindliche Nasen und Ohren kann sinnvoll sein, wenn die Tour durch offenes Gelände führt.
Mit der richtigen Planung steht einer mehrtägigen Wanderung mit Hund nichts im Weg – auch nicht, wenn Dein Vierbeiner zu Allergien oder Unverträglichkeiten neigt. Sorgfältig ausgewähltes Futter, ausreichend Wasser und ein aufmerksamer Blick auf die Signale Deines Hundes schaffen die besten Voraussetzungen für eine entspannte Tour. Gerade bei der ersten Mehrtagestour mit einem sensiblen Hund lohnt sich die tierärztliche Beratung im Vorfeld, um Fütterung, Portionen und mögliche Risiken abzuklären. So bleibt die Wanderung für beide ein Erlebnis, ganz ohne böse Überraschungen unterwegs.