Konstanz Altstadtrunde (Bodensee)


7 Bilder
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Länge: 5.79km
Gehzeit: 01:26h
Anspruch: leicht
Wegzustand: gut
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Höhenprofil und Infos

Vorweg: Eine solch historische Stadt mit ihren nahezu unzähligen Baudenkmälern von der Antike bis heute, dazu mit recht viel Kunst ausgestattet, ist in einer Runde gar nicht wirklich zu erfassen. Den kulturellen großen Schatz von Konstanz verdankt die Stadt letztlich auch ihrer Nähe zur Schweiz, denn die Kriegsbomber waren vorsichtig.

Wer in Konstanz in den Hafen einläuft, wird seit 1993 von einer riesigen Kurtisane begrüßt, die auf ihren Händen zwei nackte Männlein trägt – hohe Herren und Opfer ihrer eigenen Libido? Die Imperia ist eine der berühmten Skulpturen von Peter Lenk aus Bodman-Ludwigshafen und stimmt auf obrigkeitskritischen Humor ein. Das Bild bezieht sich auf das Konstanzer Konzil (1414-1418). Die 9m hohe Imperia braucht 4 Minuten, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen. Wir brauchen für einen ersten Einblick in „die Stadt zum See“ um die 1,5 Stunden, allerdings ohne Anhalten.

Ein anderes Wahrzeichen in und um Konstanz und den Bodensee sind die Zeppeline am Himmel. Im heutigen Inselhotel wurde 1838 Graf Ferdinand von Zeppelin in einem damaligen Dominikanerkloster geboren. Nun aber hübsch der Reihe nach:

Wir starten am Bahnhofsplatz mit dem palazzorartigen Empfangsgebäude (1863) des Bahnhofs Konstanz und dem Glockenturm und gehen zur Dreifaltigkeitskirche, die auch Augustinerkirche genannt wird, weil sie im 13. Jahrhundert als Klosterkirche der Augustiner-Eremiten errichtet wurde. Sie ist im Inneren sehr reichhaltig gestaltet, durch die Jahrhunderte und mit vielen Fresken, außen schlicht und innen bildgewaltig.

Es geht über den Augustinerplatz. Jetzt beeindruckt das Rathausensemble, mit dem Innenhof und mit Anlehnung an die italienische Renaissance. Das Rathaus Konstanz besteht aus dem einstigen Zunfthaus der Leinweber (16. Jahrhundert) sowie dem Haus „Zum Thurgau“ aus dem Spätmittelalter. Wichtige Szenen der Stadtgeschichte sind als Wandmalereien (1864/1898) zu sehen.

Dann gelangen wir zum Obermarkt, der im Mittelalter die Gerichtsstätte war. Hier lenkt das Haus zum Hohen Hafen durch seine Malereien das Augenmerk auf sich, auch mit Szenen der Geschichte. Geschichte schrieb auch das Hotel Barbarossa, wo Friedrich I. Barbarossa 1183 den Frieden von Konstanz verhandelt habe. Wir sind im Herzen der Altstadt und richten den Blick meistens nach oben.

Die Wanderrichtung ist die zum Münsterplatz. Wir sehen davor die Stephanskirche als dreischiffige Basilika mit seitlichem Turm. Ihre Geschichte reicht in die Römerzeit. Die erste schriftliche Nennung fällt ins Jahr 680. Das Chorgestühl stammt aus dem 15. Jahrhundert, ebenso einige der Heiligenbilder darüber.

Am Münsterplatz prägt das Konstanzer Münster (Münster Unserer Lieben Frau) das Bild. Die Basilika minor geht auf die Zeit um 600 zurück. Man sieht am Bau die Jahrhunderte von der Romanik und Gotik (Westturmblock), im Inneren zeigt sich Barock und Klassizismus sowie Neugotik. Man kann nur staunen!

Am anderen Eck des Münsterplatzes steht die Christuskirche St. Konrad, die als Jesuitenkirche 1607 im Stil der Spätrenaissance erbaut wurde. Die Innenausstattung zeigt sich im Rokoko-Stil aus den 1760er Jahren. Kulturhistorisch interessant sind die Inschriften, die Schüler in der alten Bank hinterlassen haben.

Über die Fahrradbrücke queren wir den Rhein, folgen weiteren Glaubensspuren, rund ums Landratsamt und zum Benediktinerplatz, hin zu den Museen, dem Stadtarchiv Konstanz und dem Archäologischen Landesmuseum beispielsweise. Die Rheinbrücke bringt uns dann wieder rüber und vorbei an dem Inselhotel Konstanz, der Geburtsstätte von Graf Zeppelin.

Das Dominikanerkloster wurzelt im 13. Jahrhundert und hier steigen Gäste des Steigenberger Inselhotels ab. Wo einst Mönche den Kreuzgang entlang wandelten, liegt heute roter Teppich aus. Von der Seeseite aus betrachtet ist die Dominikanerinsel mit dem Ensemble mit den Staffelgiebeln sehr einprägsam. Wir machen dann einen Schlenker durch den Stadtgarten am Bodenseeufer entlang, kommen am Graf Zeppelin Denkmal vorbei, erleben das wuselige Treiben.

Auffällig ist das wuchtige Konzilgebäude, ein dreigeschossiger massiver Steinbau mit hohem Walmdach, das 1388 für die Waren von Händlern gebaut wurde. Während des Konstanzer Konzils fand hier in der großflächigen Räumlichkeit 1417 das Konklave statt, Wahlsieger war Papst Marin V. Von gegenüber grüßt Imperia – wir grüßen zurück. Bevor wir zum Bahnhof gehen, drehen wir noch eine Runde durch das Konstanzer Klein-Venedig, an der Grenze zum Schweizer Kreuzlingen.

Bildnachweis: Von Sinje Beck (alle Rechte vorbehalten)

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ivw