Koblenz-Lützel

Der Koblenzer Stadtteil Lützel ist durch die Mosel von der Koblenzer Altstadt getrennt. Lützel wurde 1070 erstmals als Confluentia minor – Klein-Koblenz – erwähnt. Das kleine Koblenz im Windschatten des Deutschen Ecks hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, allen voran die Balduinbrücke, die Lützel mit der Altstadt verbindet.

Die Balduinbrücke über die Mosel ist die älteste erhaltene Brücke in Koblenz. Mit dem Bau wurde unter Kurfürst Balduin von Luxemburg 1342-43 begonnen. An ihn erinnert heute eine Steinfigur. Rund 85 Jahre brauchte man, um die Brücke über die Mosel zu spannen. Ein Torturm schloss 1429 den Bau ab. 1949 konnte die durch deutsche Truppen zerstörte Balduinbrücke wieder aufgebaut werden.

1816-22 wurde auf dem Petersberg in Lützel die Feste Kaiser Franz als Teil der Festung Koblenz errichtet. Nach ihrer Schleifung 1922 wurden große Überreste des Festungswerks 1959 gesprengt. Erhalten geblieben sind die beiden seitlichen Enden des halbkreisförmigen Reduits und der Kehlturm am Fuße des Petersbergs. Die Feste Kaiser Franz erhielt ihren Namen nach dem österreichischen Kaiser Franz I., einem Verbündeten Preußens in der Heiligen Allianz gegen Napoleon in den Befreiungskriegen.

Zum Verteidigungssystem rund um die Feste Kaiser Franz gehörten weitere Einrichtungen wie die Moselflesche und die Bubenheimer Flesche, die mit Verbindungsgängen mit der Feste Kaiser Franz direkt verbunden waren. Zur Erhaltung der Feste Franz hat sich ein Verein gegründet, um die desolaten Reste einer neuen Nutzung zuzuführen.

Besser in Schuss ist die katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Hilf. 1953 wurde sie im neugotischen Stil fertiggestellt und an die 1903-07 entstandene Kapelle angebaut. Die Wallfahrtsgeschichte berichtet von einem Bauern vom Maifeld, der Opfer eines Überfalls wurde, mit heiler Haut entkommen konnte und um 1700 an einen Baum zum Dank ein Marienbild heftete. Aus dem Bild wurde ein Bildstock, daraus eine Kapelle und schlussendlich eine Kirche. Seit 2004 gibt es in Lützel auch die Tahir-Moschee der pakistanischem Ahmadiyya Muslim Jamaat, mit kleiner Kuppel und zwei Minaretten.

Ebenfalls in Lützel befindet sich das 2001 als Außenstelle des Verkehrsmuseums Nürnberg eröffnete DB Museum. Es wird im Rahmen der Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW) von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt. Gezeigt werden im DB Museum vor allem historische Elektrolokomotiven, u.a. der Baureihen 103, 110 und E 50, mehrere Salonwagen des Sonderzugs von Joseph Goebbels und ein Abteilwagen des DDR-Regierungszuges.