Hindelanger Klettersteig Rundtour


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 11 Std. 10 Min.
Höhenmeter ca. ↑2689m  ↓2689m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Ein Highlight im Allgäu am Nebelhorn ist der Hindelanger Klettersteig. Er zählt alpenweit zu den bekanntesten Klassikern. Der Hindelanger Klettersteig erfordert entsprechende Ausrüstung und Erfahrung. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unerlässlich. Der Steig gilt als mäßig schwierig, abschnittweise auch als schwierig und fordert aufgrund seiner Länge gute Kondition. Man kann auch lesen, dass der Klettersteig für Anfänger ohne Anleitung nicht geeignet sei.

Wir erklettern ihn auf rund 4,7km, von der Gipfelstation der Nebelhornbahn (2.224m) wandern wir den Hindelanger Klettersteig über den Westlichen Wengenkopf (2.235m), Östlichen Wengenkopf (2.207m), Zwiebelstränge (2.11m), bis zum Großen Daumen (2.280m), von dort wieder ein Stück zurück. Jetzt wandern wir zum Laufbichelsee, Koblatsee und zum Höfatsblick zurück, wo wir auch gestartet sind.

Mit der Nebelhornbahn sind wir von Oberstdorf zum Höfatsblick raufgekommen. Die Nebelhornbahn wird in Abschnitten neu gespannt und wir sind gespannt, ob man mit den geplanten Millionen hinkommt. Auf jeden Fall scheint es eine gute Idee zu sein, die Allgäuer Alpen gondelnd kennenzulernen.

Am Höfatsblick ist das Edmund-Probst-Haus. Die Hütte des Deutschen Alpenvereins wurde seit dem Bau um 1930 immer wieder erweitert. Nachfrage vergrößerte das Angebot. Es findet sich auch eine Panoramabar und Toiletten. 2005 wurde hier in den barrierefreien Ausbau investiert. Die Nebelhornbahn Sektion III würde uns auch auf den Gipfel des Nebelhorns bringen. Wir wandern die knapp 1,8km aufi.

Sehr schön gelungen ist auch der Nordwandsteig mit dem herrlichen Blick vom 2.224m hohen Nebelhorn – phänomenal! Wollte man alle Gipfel herum untereinander schreiben, bräuchte es gut 400 Zeilen. Von hier kann man den Großen Daumen schon sehen.

Der Einstieg in den Klettersteig ist luftig über eine Leiter. Wer die Kletterausrüstung noch nicht angelegt hat, sollte es langsam tun, auf dem Weg zum Westlichen Wengenkopf. Es geht über die ersten ausgesetzten Passagen. Stahlseilsicherungen, Leitern, Scharten, Aussicht bis in die Schweiz, all das ist drin zum Östlichen Wengenkopf. Auch auf dem weiteren Weg, der über zwei Notausstiege verfügt, ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste mit Drahtseilen, Leitern, Steighilfen.

Konzentration und Kondition sind auch auf dem Stück zum Großen Daumen erforderlich. In 2018 und 2017 gab es je einen tödlichen Absturz an nicht versicherten Stellen. Beim Gipfelkreuz angelangt vergisst man für eine Weile bei der Aussicht die Gefahren – wird aber dann wieder dran erinnert, wenn es über den Grat ein Stück wieder zurückgeht.

Dann wandern wir, immer noch mit Puls, zum Laufbichelsee am Fuße des Großen Daumens, auf rund 2.012m, der im frühen Sommer noch zugefroren sein kann. Auch ein Frischeerlebnis wäre der Koblatsee, würden wir hineinspringen wollen, er liegt auf rund 1.977m. 3,6km Strecke durch die Bergwelt trennen uns vom Höfatsblick.

Bildnachweis: Von Eisherz [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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