Hermannshöhen Etappe 7 Oerlinghausen - Hermannsdenkmal


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 16 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 59 Min.
Höhenmeter ca. ↑373m  ↓285m
Hermannshöhen Hermannsweg Hermannsdenkmal

Die Königsetappe auf dem Hermannsweg ist die Tageswanderung von Oerlinghausen zum Hermannsdenkmal. Es geht los an der Alexanderkirche. Man kommt vorbei am ehemaligen jüdischen Friedhof. Durch ein eisernes Tor betritt man den Friedhof, der seit dem 17. Jahrhundert der damals relativ großen jüdischen Gemeinde als letzte Ruhestätte diente. Efeubewachsene, verwitterte Grabsteine tragen in hebräischen Schriftzügen die Namen alter jüdischer Oerlinghauser Familien.

Wir verlassen Oerlinghausen in südöstlicher Richtung und kommen zum Hausberg von Oerlinghausen, dem Tönsberg (334m). Auf dem Weg zum Tönsberg findet sich der Rumpf einer Windmühle, die 1751 gebaut wurde und Kumsttonne (von Kumst = Kohl) genannt wird. Bei einem Sturm flatterten die Flügel davon und der Rest blieb stehen.

Der Hermannsweg passiert eine Gedenkstätte, die 1930 als Ehrenmal für Gefallene des Ersten Weltkrieges erbaut wurde. Ein Stück weiter wurde dem Heimatdichter Hermann Löns gedacht, der 1898 diese Gegend wandernd in der Geschichte von „Frau Einsamkeit“ verarbeitete. Auf dem Tönsberg liegt die Ruine einer Hünenkapelle. Sie liegt etwas abseits des Weges auf dem Gebiet einer cheruskischen Volksburg aus dem 4. Jahrhundert vor Christus.

Weiter geht der Weg durch die Stapellager Schlucht und entlang der Stapellager Berge (365m). Links am Herrmannsweg finden sich die Rethlager Quellen, die das runde Jahr über recht kühles nass hervorbringen. Sie zählen zu den Karstquellen am Teutoburger Nordhang, am Rande der Dörenschlucht. Ihre Quellschlucht liegt rund 20m tief. Die Wassermengen sind unterschiedlich, gleichbleibend fließt das Quellwasser talabwärts in die Werre. An der Dörenschlucht passiert man einen Campingplatz und der Hermannsweg tangiert den Ort Privitsheide am Freibad Fischerteich.

Dann führt der Hermannsweg durch den Wald zum nächsten interessanten Punkt, dem Donoper Teich, der gemeinsam mit dem Hochmoor Hiddeser Bent 1950 unter Naturschutz gestellt wurde. Das Moor ist das letzte noch lebende Hangmoor im Teutoburger Wald. Entlang des 150m langen und 50m breiten Donoper Teichs folgt der Hermannsweg dem Hasselbach dem viel kleineren Krebsteich und dem Hochmoor.

Jetzt steht der Höhe- und Zielpunkt der Etappe auf dem Laufzettel: das Hermannsdenkmal. Das Hermannsdenkmal steht auf der Grotenburg (386m) im Lippischen Wald. Das Hermannsdenkmal soll an den Cheruskerfürsten Arminius und die sogenannte Schlacht im Teutoburger Wald erinnern, in der germanische Stämme unter Führung von Arminius (auf Deutsch: Hermann) den römischen Legionen unter Publius Quinctilius Varus im Jahre 9 eine entscheidende Niederlage beibrachten. Mit diesem Schlag vernichteten die Germanen ein Achtel des römischen Heeres und damit war das Ende des römischen Plans, weiter die rechtsrheinischen Teile bis zur Elbe einzunehmen, eingeleitet.

Die Kolossalstatue mit dem großen Helden entstand in den Jahren 1838-75. Die lange Bauzeit resultierte aus der Geldknappheit, die für das monumentale Werk immer wieder zu Baustopps führte. 26,57m misst die Figur und das Schwert hat 7m. Insgesamt ist das Hermannsdenkmal 53,46m hoch und damit die höchste Statue in Deutschland. Bis 1886 war das Hermannsdenkmal sogar die welthöchste Statue.

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