H6: 22 Kilometer Rundweg "Waldgebiete"


Erstellt von: Sherlock
Streckenlänge: 22 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 27 Min.
Höhenmeter ca. ↑530m  ↓530m
Wegzeichen

Diesen Rundweg kann man natürlich an jeder beliebigen Stelle beginnen. Eine gute Möglichkeit befindet sich südöstlich des Mühlencenters in Herdecke an der Ruhr. In 200 Metern Entfernung liegt eine Bushaltestelle, an der alle Herdecker Buslinien zusammenlaufen, und auch der Bahnhof Herdecke befindet sich in nur einem Kilometer Entfernung.

Startet man in nördliche Richtung, biegt man zunächst nach links Richtung Mühlencenter ab, um danach nach Norden die Höhen des Nacken zu erwandern. Nach dem Wanderparkplatz am Asternweg geht es über einen Waldweg zur Kemnade und den Hickenstein wieder hinunter. Von der Straße „In der Schlage“ geht man über eine Treppe zum Bergweg in Richtung „Weg zum Poethen“. Kurz vor der Einmündung biegt man nach links vor der dortigen Kleingartenanlage in den Wald von Westende ab. Es folgt eine Schleife von fast acht Kilometern im Wald, bis man wieder den „Weg zum Poethen“ erreicht. Von hier geht es in östliche Richtung und dann durch Kirchende zum westlichen Ende der Mühlenteiche.

Mühlenteiche

Am Ender Bach standen einst mehrere wasserbetriebene Mühlen, die dem so genannten „Ender Mühlental“ den Namen gaben. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts erwähnt, wurde der Betrieb in den Mühlen aber im 19. Jahrhundert nach und nach wieder eingestellt. Das letzte Überbleibsel aus dieser Zeit ist eine ehemalige Sägemühle, heute ein auffälliges Backsteingebäude unterhalb von Gut  Schede. Die Ender Talstraße wurde in den frühen 1980er Jahren im Zusammenhang mit der Bebauung des Ender Tals angelegt und verbindet die Straße Herdecker Bach mit der Gederner Straße.

Schließlich verlässt man die Bachläufe in Richtung REWE in Kirchende.

Ende

Von 890 ist die erste Erwähnung von Ende als „Emnithi“ verzeichnet. Dieser altsächsische Begriff wird vielfach als „Einöde“ gedeutet, könnte aber auch Heide- bzw. Weidefläche bedeuten. Er ist wahrscheinlich sächsischer Herkunft. Im 13. Jahrhundert wurden Kirchende sowie West- und Ostende bereits namentlich erwähnt. Das belegt, dass es zu dieser Zeit schon eine Kirche in Ende gegeben hat. Der Turm der Kirche stammt wahrscheinlich aus dem 11. Jahrhundert. Das Schiff wurde 1756 bis 1759 errichtet. Die Bezeichnungsweise nach Himmelsrichtungen ist spezifisch für den sächsischen Sprachgebrauch. In England kennt man beispielsweise die Gebiete Wessex, Sussex und Essex, was Westsachsen, Südsachsen und Ostsachsen bedeutet. In Ende gab es nach den alten Gruppensiedlungen nachweislich im Mittelalter schon weitere vereinzelte Niederlassungen in den späteren Bezirken Schraberg/Semberg/Schnee sowie am heutigen Ahlenberg.

Über den südlich gelegenen Fußweg wandert man am Gut Kallenberg vorbei.

Gut Kallenberg/ Kallenberger Weg

Der ehemalige Adelssitz Haus Kallenberg wurde erstmals im Jahr 1362 urkundlich erwähnt. Der Name könnte von einem kahlen, also abgeholzten Berg stammen, auf dem die Gebäude errichtet worden sind. Diese sind auf der Teilungskarte der Herdecker Mark von 1765 eingezeichnet. Ob die Skizze dem realen Aussehen entspricht, ist nicht bekannt, jedoch zeigt sie u.a. einen Turm mit auffälligem Dachhelm. Wahrscheinlich war der Bau damals eine befestigte Wehranlage. Der einzige noch erhaltene Teil des alten Anwesens ist ein Herrenhaus aus dem Jahr 1700; ein noch älteres Gebäude brannte am 1. Mai 1978 ab. Haus Kallenberg war der Rittersitz der Familie (von) Vaerst. Diese stand in enger Verbindung zum Grafen von der Mark und taucht schon anno 1234 in unserer Gegend auf. Sie wohnte über 400 Jahre auf Gut Kallenberg, bis Friederich Goswin von Vaerst Ende des 18. Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen war, Teile des Anwesens zu veräußern. Anfang des 19. Jahrhunderts musste es dann ganz versteigert werden. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb im Jahr 1959 Familie Niermann Gut Kallenberg. Ihnen gehört es auch noch heute. Bereits im Urkataster von 1824 war ein Fußweg verzeichnet, der von Ende weitgehend parallel zur Hauptstraße nach Herdecke führte. Der Verlauf über das Gut bis zur heutigen Ender Talstraße hat sich kaum geändert. Von dort ging es über die Berliner Straße, dann über den Verbindungsweg zwischen Berliner Straße und Mozartweg, von hier weiter über die Ladestraße und den unteren Nacken nach Herdecke. In der Katasterkarte von 1879 wurde dieser Weg bereits Kallenberger Weg genannt. Man erkennt hier auch eine Verbreiterung der Strecke, die dann schon die heutige Jungferneiche beinhaltete, sowie sich an der Einmündung Mozartweg/ Ladestraße gabelte und hinter dem Bahnhofsgelände wieder im ursprünglichen Verlauf am unteren Nacken mündete. Der aktuelle Kallenberger Weg führt nur noch vom Westender Weg zur Ender Talstraße. Er befindet sich somit komplett im Stadtteil Ende und erhielt 1938 seine offizielle Straßenbezeichnung, als im Stadtteil „Ende“ erst Straßennamen eingeführt wurden.

Schließlich quert man die Ender Talstraße und erreicht über die neu angelegten Straßen „Walter-Freitag-Straße“ und „Mühlsteinskuhle“ (zusammen ehemals „Ladestraße“) die Innenstadt.

Mühlsteinskuhle

Im Rahmen der Anlage eines Neubaugebiets hinter dem Bahnhof wurde der Straßenabschnitt gemäß Ratsbeschluss vom 26. März 2015 in Mühlsteinskuhle umgetauft. Der nördliche Teil wurde gleichzeitig in Walter-Freitag-Straße umbenannt. Die Bezeichnung „Ladestraße“ ist somit entfallen. Der Name „Mühlsteinskuhle“ erinnert an den einstigen dort befindlichen Steinbruch (Kuhle), in dem besonders harte Sandsteine zur Mühlsteinherstellung gewonnen worden sind. Je weicher ein Mühlstein war, desto mehr Steinabrieb wurde beim Mahlen des Korns erzeugt. Dieser Abrieb verblieb im Mehl und konnte so Schäden an den Zähnen verursachen. Daher erfreuten sich die harten Steine aus diesem Steinbruch in Herdecke hoher Beliebtheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Steinbruch teilweise verfüllt. Lediglich ein in der Mauer des alten Hohlweges eingemauerter Mühlstein erinnert jetzt noch an die damalige Zeit. Der Sage nach stahl der Teufel einem Müller im Ender Mühlental seinen Mühlstein und versteckte ihn hier im Hohlweg. Eine einst dort befindliche, jedoch heute leider nicht mehr existente Brücke nannte man daher „Teufelsbrücke“.

Durch das Bachviertel folgt noch eine Schleife am Sonnenstein vorbei und von dort zurück zur Ruhr am Bleichstein. Hier geht es nach rechts bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

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