Eine „kleine“ Runde auf dem Maas-Niederrhein-Pfad


Erstellt von: Grenz-ver-Führer
Streckenlänge: 72 km
Gehzeit o. Pause: 16 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑761m  ↓761m
Logo des Maas-Niederrhein-Pfad

Der Maas-Niederrheinpfad (MNP) ist insgesamt 342 Kilometer lang – das wäre die große Runde. Hier geht’s "nur" über etwas mehr als 70 Kilometer – 'ne schöne Tages- oder auch Nachttour. Ich bin die Tour als Nachmittags-, Abend-, Nacht- und Morgen-Tour gelaufen, d.h. Start war um 16:30 in Nettetal-Lobberich.

Vom Parkplatz an der Breyeller Straße kurz Richtung Westen und nach 100 Metern ist schon die erste Wegmarkierung des Maas-Niederrhein-Pfades (MNP) erreicht. Rechts (Ihr Weg) geht’s zum Windmühlenbruch und nach 4 Kilometern zum De Wittsee, weiter Richtung Norden an der Nette entlang und auch an der Leuther Mühle. Erst an der Kreuzung Schlossallee/Plankenheide (etwas mehr als 8 Kilometer nach dem Start) führt der MNP Richtung Westen.

Nach Überquerung der B221 sehen Sie am rechten Straßenrand einen Betonstein mit der Aufschrift "Tor 9". An dieser Stelle war zwischen 1941 und 1944 das besagte Tor zu Europas größtem Fliegerhorst, über den Sie die nächsten 2,5 Kilometer laufen und zwischendurch die Grenze zu den Niederlanden überschreiten.

Durch eine Neubausiedlung führt die Strecke anschließend in ein Wäldchen und hier erlebt man den Abstieg von der Hauptterrasse zur Mittelterrasse und landet letztendlich auf dem Kaldenkerkerweg. Vorbei am Venloer Bahnhof geht’s ein Stück durch die Venloer Innenstadt und dann auf und über die Maasbrücke.

Auf der linken Maasseite verläuft der MNP im Deichvorland, d.h. wenn die Maas Hochwasser führt, ist die Strecke so nicht wanderbar. Kilometer 21 und wahrscheinlich eine kleine "Zwangspause". Die Fähre von Baarlo nach Steyl verkehrt von April bis September werktags von 07:00 bis 21:00 und am Wochenende von 08:00 bis 21:00, danach nur jeweils bis 20:00.

3 Kilometer geht’s auf der rechten Maasseite Richtung Süden, vorbei an der Staustufe in Belfeld und etwa 800 Meter danach links auf und über den Maasdeich. Durch Belfeld, einen kleinen Wald und anschließende Baumschulkulturen führt der MNP nach Ronckenstein. Nördlich von Reuver kommt die Maas wieder in Sicht und nachdem Sie die Maas wieder verlassen, kommt das Fort Sint Brigitte – ein "Nachlass" der spanischen Habsburger.

Nach etwas mehr als einem Kilometer (nach der Waldpassage) dann der Blick auf Kessel und das Kasteel Keverberg. Vor ein paar Jahren wieder aufgebaut, nachdem es 1940 von Deutschen Soldaten besetzt und bei deren Abzug 1944 gesprengt wurde. Auf dem weiteren Weg nach Beesel wandern Sie durch Obstplantagen. Südlich von Beesel dann De Grauwe Beer und das letzte Mal auf dieser Tour an die Maas und zu den Rijkelse Bemden. Danach geht’s auch an Rijkel und am Donderberg vorbei. Das Flüsschen, das Sie danach vor sich, bzw. rechts von sich sehen, ist die Swalm. Die "Sandbalkone" in der Böschung auf der linken Seite des Weges wurden durch Dachse gebaut.

Über die Swalm, an Wieler vorbei und später an der Swalm führt der MNP Richtung Swalmen. Vor der nächsten Swalmüberquerung liegt links die Ruine des Kasteel Ouborg, eine der ältesten Schlossruinen der Niederlande. Hinter der Eisenbahn- und Autobahnbrücke erwartet Sie ein Garten voller Phantasiegebäude im Miniaturformat. Etwa 800 Meter später erreichen Sie den Marktplatz in Swalmen.

Über die Swalm, an der Swalm entlang, nochmals über die Swalm geht's anschließend auf einem schmalen Pfand nach Groenewoud.

Wenn Sie nachts wandern, sollten Sie vor der zweiten Swalmüberquerung den Rijksweg Zuid überqueren und anschließend über die Straßen Swalmdal, Swalmzicht und Kerkebroekweg laufen und an dessen Ende nach links über die Swalm nach Groenewoud.

Hinter Groenewoud knickt die offizielle Strecke nach rechts ab, nachts sollten Sie geradeaus weiter laufen. Am Ende der Straße steht die Herberg de Bos. Rechts ab folgen Sie der Straße De Lank und an der Swalmbrücke sind Sie wieder auf dem offiziellen MNP.

Tagwanderer folgen dem offiziellen MNP an der nächsten Kreuzung nach links, Nachtwanderer gehen 800 Meter weiter geradeaus bis zum Wäldchen und dann links. 80 Meter danach treffen Sie auf den "Grenzzaun". 150 Meter an dem entlang Richtung Nord-Ost und es geht über die Grenze nach Deutschland zurück und auch wieder auf den MNP.

Am "Grenzzaun" - der deutsche Wildschweine an der illegalen Einreise in die Niederlande hindern soll – und Waldrand laufen Sie Richtung Ost und später Süd-Ost. An der Straße Tackenbenden knickt der offizielle MNP scharf nach links ab – Nachtwanderer gehen einfach geradeaus weiter bis Sie auf die Heidefläche treffen.

Die Heidefläche ist der/das Elmpter Schwalmbruch – mit der größten Wacholderheide des linken Niederrheins und jeder Menge Gagelbüschen. Einen guten Aus- und Überblick gibt’s vom Aussichtsturm.

400 Meter nach dem Aussichtsturm knickt der MNP rechts ab – Nachtwanderer gehen geradeaus weiter bis zur Schwalm (der deutsche Name des Flusses) und dann nach rechts – Schwalm aufwärts.

Kurz vorm Venekotensee – einer ehemaligen Kiesgrube – treffen die Nachtwanderer wieder auf den offziellen MNP. Weiter geht’s die Schwalm – die Ende der 20-er bis Anfang der 30-er des letzten Jahrhunderts auf der deutschen Seite begradigt (kanalisiert) wurde – aufwärts bis zur Straße Schwalmweg. Über die Brücke und sofort wieder rechts und nach der nächsten Brücke sind Sie an der ab 1995 renaturierten Schwalm. Sie werden Spuren von Bibern sehen und vielleicht auch über das ein oder andere Nutria stolpern. Das letzte Stück Schwalm vor Brüggen ist wieder kanalisiert.

In Brüggen ein Blick auf das Burgtor und die Brüggener Burg und kurz danach stehen Sie vor einer Lok. Die fuhr zwar nicht hier, aber hier war der Endbahnhof der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Brüggen nach Viersen-Dülken – der Klimpstrecke. Für Klimp gibt’s zwei Interpretationen: von Brüggen nach Dülken klimperten die geladenen Tonwaren in den Waggons und in die andere Richtung ging's aufwärts, d.h. der Zug musste sich herauf klimpen.

Bis Born laufen Sie auf der alten Bahntrasse, dann ein Blick auf den Borner See und den/das Tantelbruch und dann weiter zum Heidweiher. Einiges an Wald und auch Landwehren gibt’s auf dem Weg nach Viersen-Boisheim. Nach Boisheim führt der MNP am Oberen und Unteren Breyeller See entlang und später noch am Nettebruch. Nachtwanderer kommen hier am frühen Morgen voll auf ihre Kosten.

Am Ende des Nettebruch ist der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht.

Anmerkung: Als Nachtwanderer sollten Sie wie beschrieben vom offiziellen MNP abweichen, da auf den so umgangenen Wegabschnitten schlecht sichtbare "Stolperfallen" lauern.

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