Eberstadter Höhlentour (Odenwald)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑183m  ↓183m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Zur historischen Stadt Buchen im Odenwald gehört Eberstadt mit den Tropfsteinhöhlen. Buchen liegt im Übergang des Odenwalds ins sogenannte Bauland und Eberstadt südlich zählt bereits eher dorthin. Das Bauland ist eine Gäulandschaft im Naturraum der Neckar- und Taubergäuplatten. Man trifft bei Eberstadt mehr Muschelkalklandschaft als Buntsandstein-Odenwald. Daher ist hier auch die Höhle.

Am Höhlenweg bei der Eberstadter Tropfsteinhöhle (Eintritt) parken wir. Hier ist auch ein kleiner See. Benachbart ist der Muschelkalksteinbruch, wo bei einer Sprengung im Winter 1971 die Tropfsteinhöhle zufällig entdeckt wurde. Seit ihrer Erschließung ist die Schauhöhle eine der Attraktionen im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Das Alter der Höhle wird auf rund 2 Mio. Jahre geschätzt. Sie ist 600m lang, zwischen 2 und 7m breit, zwischen 2,5 und 8m hoch. Die Temperatur liegt bei 11°C und die Luftfeuchtigkeit circa bei 95%.

Im Inneren sind zahlreiche Formen von Stalagtiten und Stalagmiten zu sehen, denen man hübsche Namen gegeben hat, Hochzeitstorte beispielsweise. Auch einen Höhlensee gibt es. Durch die elektronische Beleuchtung hat sich eine sogenannte Lampenflora entwickelt, Algen, Moose und Farne, die nicht viel Licht brauchen.

Am Parkplatz beginnt ein geologischer Lehrpfad mit etlichen Tafeln und Infos zur Geologie, Landschaft und Ökologie. Im Wald liefert ein Naturlehrpfad weitere Einblicke in die hiesige Tier- und Pflanzenwelt.

Wir wandern am Muschelkalksteinbruch entlang und kommen unmerklich an der geschützten Kornäckerhöhle (180m) vorbei. Sie wurde 2006 bei Sprengarbeiten entdeckt.

Weiter leicht ansteigend wandern wir durch die Feldflur Am Rübenacker, erreichen 402m und wandern mit Waldrand und Feld durch das Areal Am Zentfrei sowie nach Eberstadt hinab. Rund 500 Menschen leben in dem kleinen Ort mit einer Kirche aus dem Jahr 1717 und dem Schloss, das im ausgehenden 14. Jahrhundert als Wasserburg entstand. Sein heutiges Aussehen hat Schloss Eberstadt seit 1755.

An Kriegerdenkmälern und dem Friedhof vorbei verlassen wir das Dorf, wandern durch abwechslungsreiche Landschaft und den Plattenwald. Wir stoßen auf den Hohlen Stein, der zusammen mit der Schau- und der Kornäckerhöhle die Eberstadter-Höhlenwelten bildet. Die nicht öffentliche Höhle Hohler Stein ist bisher auf einer Länge von 3.200m erforscht und man ist noch nicht fertig. Es zeigen sich Hallen wie der „Traumland-Dom“, mit Maßen von 10x25m. Von hier bis zum Besucherzentrum sind es nur noch rund 700m.

Bildnachweis: Von Phiw [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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