Durch die Steinfelder in der Schmalen Heide zum Koloss von Prora


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 16 Min.
Höhenmeter ca. ↑63m  ↓63m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Unterwegs zwischen Kleinem Jasmunder Bodden und der Prorer Wiek sind wir heute. Zwischen dem faszinierenden Prora und dem Naturschutzgebiet Steinfelder in der Schmalen Heide, zwischen Feuerstein und Baustein, erleben wir spannende Abwechslung.

Geschichtsträchtig ist der Koloss von Prora, der an die DBU Naturerbefläche Prora grenzt, zu dem wir hinwandern werden. Start ist südlich vom Sassnitz Fährhafen bei Neu Mukran. Der Parkplatz liegt zwischen der L29 und dem Strand der Prorer Wiek.

Wir gehen erst ein Stück gen Norden und queren die Bahnlinie. Jetzt wandern wir nach Süden durch das Naturschutzgebiet Steinfelder in der Schmalen Heide. Durch Wald erreichen wir ein Feuersteinfeld. Das geschützte Gebiet umfasst fast 200ha. Darin ist das Geröllfeld mit den Feuersteinen. Es bildet so etwas wie ein steinernes Meer. Die Steine kamen von ca. 3.500 bis 4.000 Jahren hierher. Sie wurden mit Sturmfluten aus dem Kreide-Kliff von Jasmund befördert und haben sich hier abgelagert.

Die Schmale Heide beschreibt eine Nehrung zwischen dem Ostseebad Binz und Neu Mukran und hat sich in einem alten Gletscherzungenbecken ausgebreitet. Wir wandern durch die Natur nach Prora. Wenn die Bäume sich lichten kommen wir zur Aussicht Seesandebene, nahe dem Bahngleis.

Dann streifen wir einen Wohnmobilstellplatz und kommen nach Prora. Rechterhand ist die Galileo Wissenswelt. Etwas abseits unterer Route ist das Naturerbe Zentrum Rügen zu finden, mit Umweltinfo und einem Baumwipfelpfad (Eintritt).

Wir lassen uns auf die Stimmung von Prora ein. Zwischen 1936 und 1939 entstand das KdF-Seebad Rügen und war auf in „Reihe geschaltete“ Gruppenferien ausgelegt. 20.000 Menschen sollten hier gleichzeitig erholen und nicht aus der Reihe tanzen. „Prora“ ist die Ableitung der Hügelkette im Süden der Schmalen Heide. Die Anlage wurde nicht fertig. Nach dem Krieg blieb die Massenerholung auf 2,5km Länge erhalten. Zwischenzeitlich haben sich natürlich auch Dramen dort abgespielt. Junge Männer, die den Kriegsdienst verweigerten mussten hier Ersatzdienst leisten und haben sich gewaltsam und für ewig „ersatzlos“ gestrichen. 

Derweil hat man den besonderen Wert dieser Anlage erkannt, verkauft und nutzt sie in Häppchen. Wir lassen am Strand lang wandernd Luft in die eigenen Gehirnkammern und gelangen zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von Matthias Liebelt [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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