Düsseldorf-Himmelgeist

In einem Rheinbogen mit Naturschutzgebiet liegt der Düsseldorfer Stadtteil Himmelgeist. Die älteste Erwähnung von Himmelgeist steht im Zusammenhang mit einem Fronhof und dem Jahr 904. Hinter den Mauern des Himmelgeister Fronhofs verbirgt sich seit 2015 eine Art Dorf im Dorf, eine Idee des Architekten Rainer Dolle.

In dem Naturschutzgebiet Himmelgeister Rheinbogen hatte bis vor kurzem ein Baum eine eigene Postanschrift. Die Himmelgeister Kastanie, deren Alter auf 150 bis 200 Jahre geschätzt wurde, überstand Zeit und Stürme bis Ende 2015. Die Rosskastanie litt unter abgestorbenen Ästen und an Pilzbefall. Von ihr steht nur noch ein 5m hoher Baumstumpf, der von einem Kettensägenkünstler mit einem Baumgeist verziert wurde. Der Geist heißt Jüchtwind und in dessen Namen wird weiterhin Post an den Baum beantwortet. Darum kümmert sich der Freundeskreis der Himmelgeister Baumgeister.

Ein Anziehungspunkt am Rhein ist Schloss Mickeln, das ein Tagungs- und Gästehaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beherbergt. Umgeben ist Schloss Mickeln von einem Park. Die Geschichte von Haus Mickeln geht bis ins 13. Jahrhundert zurück als Besitz der Abtei Altenberg. 1836 brannte das Haus Mickeln ab und es entstand das Schloss Mickeln, das sich auf einem quadratischen Grundriss von knapp zwanzig Metern Seitenlänge dreigeschossig aufbaut. Die Gartenanlage wurde übrigens vom Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846) geplant, der unter anderem den Düsseldorfer Hofgarten wieder herstellte und erweiterte.

Ein Baudenkmal ganz anderer Art ist das Haus Zindler, das der Architekt Paul Schneider-Esleben 1965 im Stile des Brutalismus errichtete. Dieser Architekturstil der Moderne stellt den nackten Beton zur Schau. Der Architekt schichtete hier Sichtbeton aus Kreiselementen auf, was das Ensemble wie aus einer anderen Galaxie nicht ganz so brutal aussehen lässt.

Bis zum Bau der Fleher Brücke in den 1970er Jahren gab es jahrhundertelang eine regelmäßige Fährverbindung zum gegenüberliegenden Stadtteil Uedesheim. In den Sommermonaten verkehrt mit der Rheinfähre Uedesheim-Himmelgeist an den Wochenenden ein unregelmäßiger Fährbetrieb für Fußgänger und Radfahrer.

Eine der drei ältesten Kirchen Düsseldorfs ist die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Himmelgeist. Auch sie geht auf eine erste Erwähnung im Jahr 904 zurück. Der heutige Bau wurde im Kern im 11. Jahrhundert errichtet, im 12. Jahrhundert erweitert und dann kam erst im 13. Jahrhundert der Turm hinzu.

Im östlich angrenzenden Stadtteil Itter steht ebenfalls eine romanische Basilika. Die katholische St. Hubertus Kirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Sie ist dreischiffig mit einem Glockenturm. Durch Itter floss bis zum Bau des Benrather Schlosses auch der Itterbach.