Düsseldorf-Golzheim

Zwischen Pempelfort und Stockum liegt der Düsseldorfer Stadtteil Golzheim und streckt sich entlang des Rheinufers. Ein gutes Stück dieses Rheinufers ist dabei reserviert für den Rheinpark Golzheim, ein beliebter Treff für Sportbegeisterte und Ort zahlreicher Events.

1906 wurde der Rheinpark Golzheim als Kaiser-Wilhelm-Park im Sinne eines Volksgartens angelegt. Der Park bietet einen fantastischen Blick auf die Skyline Düsseldorfs. Auch Kunstwerke wie die Hochwasserschlange und andere Skulpturen sowie Biergärten fehlen nicht. Das Südende wird von den Rheinterrassen gebildet und am Nordende des Parks überspannt die Theodor-Heuss-Brücke (1957) den Rhein.

Verlässt man den Rheinpark auf Höhe der Theodor-Heuss-Brücke, kommt man über die Uerdinger Straße zum Haus Rheinpark, einem Beispiel für das Neue Bauen. 200 „Mittelstandswohnungen“ in sechs Geschossen und in den Ecktürmen in elf Geschossen wurden 1928 gebaut. Da gab es auch eine Kammer für das Dienstmädchen und gekachelte Bäder. Das Erdgeschoss ist mit Tuffstein versehen und darüber ist eine aufwändig gestaltete Backsteinfassade.

Biegt man am Haus Rheinpark in die Kaiserswerther Straße, kommt man zum Drahthaus, einem Wegweiser des Bauens der 1950er Jahre. Der Stahlskelettbau geht über vier Geschosse und wurde für den Fachverband der Drahtindustrie errichtet. Die Architekten griffen dies auf und die Geländer der vorgesetzten Balkonfront sind mit Zickzackgeflecht von Draht gesichert. Vor dem Haus, das sich über 18 Achsen erstreckt, ist die Skulptur Stehender Jüngling von Georg Kolbe (1877-1947) zu sehen.

Eine öffentliche Parkanlage ist der Golzheimer Friedhof, der sich bis nach Pempelfort zieht. Der alte Friedhof war der erste kommunale Begräbnisort in Düsseldorf. 1805 wurde der Friedhof eröffnet, der beiden Konfessionen entsprechend ihrer Anteile in der Bevölkerung Quadratmeter einräumte. Die Katholiken wurden südlich und die Protestanten nördlich bestattet. Da die Bevölkerung rasch anwuchs, wurde der Friedhof mehrfach erweitert und musste dann 1884 für Neubestattungen geschlossen werden.

Wenn man vom Golzheimer Friedhof die Klever Straße nach Osten geht und dann links in die Mauerstraße abbiegt, kommt man zur Neuen Synagoge in der Zietenstraße. 1958 wurde die Neue Synagoge eingeweiht mit 250 Plätzen für Männer und 150 für Frauen. Die Synagoge zeigt sich oval und mit einem flachen Kupferkuppeldach gedeckt. Die Außenwände sind mit hellen Natursteinplatten versehen, die dem ganzen einen sehr ruhigen und in sich abgeschirmten Charakter verleihen. Über dem Doppelflügelportal steht ist ein hebräischer Psalm: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“

Stadtteilnachbar von Golzheim ist Düsseldorf-Derendorf. Hier hat Rheinmetall seinen Firmensitz. Der Automobilzulieferer und Rüstungskonzern beschäftigt über 20.000 Mitarbeiter. Das Rheinmetall-Verwaltungsgebäude in der Rheinmetallallee entstand 1914, ist langgestreckt und viergeschossig, mit einem erhöhten Mittelteil und wirkt sehr repräsentativ.

Über 70ha erstreckt sich das Gelände des Nordfriedhofs, der eröffnet wurde, nachdem der Golzheimer Friedhof zu klein geworden war. Der Nordfriedhof, 1884 gegründet, ist der größte Friedhof der Landeshauptstadt. Angeschlossen ist ein jüdischer Teil. Sechs Eingänge hat der Nordfriedhof und im Bereich des Haupteingangs befindet sich der ca. 21ha große alte Friedhof aus dem 19. Jahrhundert, der mit den Grabstätten und der Kapelle unter Denkmalschutz steht. In der Mitte dieses Areals ist der sogenannte „Millionenhügel“ mit einigen prächtigen alten Grabstätten. Auf insgesamt 50.000 Grabstellen sind 200.000 Menschen bestattet.

Derendorf und Pempelfort werden ihr Gesicht weiter verändern durch die Baumaßnahmen an dem Güterbahnhofgelände der Deutschen Bundesbahn. Hier entsteht Le Quartier Central mit 36ha Gesamtfläche, die zu Bürohäusern, Wohnungen und Parkflächen werden. Mit darunter fällt das umgebaute Areal des Düsseldorfer Schlachthofs, wo 2016 der neue Campus der Hochschule Düsseldorf eröffnet wurde. 2006 starteten die ersten Bauvorhaben mit einigen architektonischen sehenswerten Gebäuden. Le Quartier Central ist eines der größten städtebaulichen Projekte der Landeshauptstadt Düsseldorf.