Düsseldorf-Flingern

Südlich des Zooviertels liegt Flingern und hier (genauer in Flingern-Süd) entstand die Fortuna, Düsseldorfs geliebter Fußball-Club, wo unter anderem Klaus Allofs, Rudi Bommer, Jupp Derwall, Toni Turek und Gerd Zewe kickten.

Im Gegensatz zum gut situierten Zooviertel ist Flingern aus der Geschichte heraus ein Arbeiterwohnquartier. Dabei haben sich die beiden Stadtteile Nord und Süd recht unterschiedlich entwickelt. Grund dafür war die Industrialisierung. Während in Flingern-Nord mit seinem alten Baumbestand und Altbauten ein struktureller Wandel stattfindet, der insbesondere jüngere Städter anlockt, bleibt Flingern-Süd der Charakter von Industrie und Arbeitercharme.

Aus dem Jahr 1892 stammt die katholische St. Mariä Himmelfahrt Kirche, auch Liebfrauenkirche genannt. Sie wurde im Stil der Neogotik als dreischiffige Hallenkirche mit einem Querhaus auf Kreuzgrundriss erbaut. Im Innenraum wurde die Kirche von Gottfried Böhm in den 1960er Jahren verändert – man beachte die Gestaltung der Beichtstühle. Ein Beispiel italienischer Gotik sieht man am Stadthaus für Maria Fremerey aus dem Jahr 1906 mit einer Reihe von spitzbogigen Fenstern.

Dominant in Flingern-Süd ist das Heizkraftwerk Flingern. Im einstigen Steinkohlekraftwerk (Werk II) sind heute die Stadtwerke Düsseldorf AG und die Stadtreinigung Awista mit Büroräumen vertreten. Das einstige Maschinenhaus wurde hübsch saniert. Das Kraftwerk entstand 1912 und 1936. Werk I war übrigens ein Gaswerk. Ab 1865 wurde hier Stadt- und Leichtgas erzeugt bis es nach dem Krieg beschädigt außer Betrieb genommen wurde.

Am Höherweg liegt die Automeile mit rund 500 Neuwagen und 1.000 Gebrauchten von Bentley bis Volkswagen, vertreten durch Düsseldorfer Autohändler. Dazu finden sich dann ADAC und DEKRA sowie Automiet-Services. Alles an einer Meile.

Alternative Kunst- und Kulturszene trifft sich in Flingern-Süd im zakk, dem Zentrum für Aktion, Kunst und Kultur. Live-Music, Kleinkunst und Alternatives. Das soziokulturelle Zentrum liegt in der Nähe der Kieferstraße, die einigen vielleicht noch was sagen wird. In den 1980er Jahren machte eine Hausbesetzerszene von sich Reden, da sie auch in Verbindung zur RAF gebracht wurde. Einige der Hausbesetzer leben heute in der Straße auf der Seite mit den ungeraden Nummern und haben Mietverträge. Über 200m zieht sich Sprayerkunst über die Fassaden.

Kultur liefert dann auch noch das Capitol Theater (das größte Theater Düsseldorfs) und das Tanzhaus NRW in umgebauten Straßenbahndepots in der Erkrather Straße. Im Tanzhaus NRW finden pro Jahr rund 200 wechselnde Tanzaufführungen statt.