Altstadtrundgang Nürnberg


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 5 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 3 Min.
Höhenmeter ca. ↑54m  ↓54m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die zweitgrößte Stadt im Freistaat Bayern ist Nürnberg, durch das malerisch die Pegnitz fließt und wo der Christkindlesmarkt zur Attraktion wurde. Rund 510.000 Menschen leben in Nürnberg und der Weihnachtsmarkt lockt jährlich über 2 Mio. Besucher. Rund durch das Jahr bietet die um 1000 gegründete, geschichtsträchtige Stadt mit der Kaiserburg und den sehenswerten Gotteshäusern sowie der schmucken Altstadt links und rechts des fast verspielt wirkenden Flusses, einige Veranstaltungen und Stadtrundgänge. 

Wir starten unseren Altstadtrundgang auf eigene Faust am Hauptbahnhof, passieren den Frauentorgraben und biegen in die Königsstraße ein. Wir gehen durch die Lorenzer Altstadt in Richtung Kaiserburg und sehen rechts von uns, in der zweiten Reihe, die Kirche St. Martha aus dem Jahr 1385. Die reformierte Kirche brannte 2014 und wird seitdem wieder hergerichtet. 

Auf der linken Seite steht die katholische Kirche St. Klara mit deren Bau 1270 begonnen wurde und die mit zu den ältesten Kirchen in Nürnberg gehört. Die Kirche ist im tonnengewölbten Innenraum sehr hell gestaltet. Weiter entlang der Königsstraße gehen wir vorbei an einem Denkmal, dass an Flucht und Vertreibung 1945 erinnert. Gegenüber steht die Mauthalle, die um 1500 auf dem vorletzten Stadtgraben als Kornspeicher gebaut wurde. In den 1950er Jahren wurde sie in vereinfachter Form wieder aufgebaut und zeigt sich mit stattlichem Satteldach, Zwerchhaus und zieht sich über 14 Achsen.

Eine der bedeutendsten Kirchenbauten in Nürnberg ist die Kirche St. Lorenz, die sich mit ihrer reich gegliederten Doppelturmfassade vor uns auftut. Mit dem Bau der gotischen Kirche wurde 1250 begonnen. Der spätgotische Hallenchor war um 1477 fertig. Seit der Reformation ist die Kirche evangelisch. Das Innere ist ebenfalls sehr sehenswert, insbesondere das üppige Sakramentshäuschen von Adam Kraft oder der schmucke Engelsgruß (1517/18) von Veit Stoß. 

Bei der Lorenzkirche biegen wir in die Karolinenstraße ein und gehen über den Hefnersplatz zum Ludwigsplatz mit dem Ehekarussell. Der Brunnen, der einen U-Bahnlüftungsschacht kaschiert, bebildert ein Gedicht von Hans Sachs über das Auf und Ab im Eheleben. 1984 bei der Aufstellung wurde er noch als skandalös in seiner Figurensprache angesehen und ist heute zusammen mit dem Narrenschiff von Weber in Nürnberg eine bedeutende neuzeitliche Sehenswürdigkeit! Eine historische ist der Weiße Turm dahinter. Er ist einer der wenigen erhaltenen Reste der vorletzten Stadtmauer und wurde 1250 errichtet.

Dahinter liegt der Jakobsplatz mit der Kirche St. Jakob links und der Sankt Elisabeth gegenüber. Die evangelische Jakobskirche geht auf die Zeit um 1300 zurück. Die St. Elisabeth ist klassizistisch und hat einen 50m hohen Kuppelbau.

Wir gehen jetzt zur Splittertormauer und entlang der Westtormauer und überqueren am Kettensteg, einer der ältesten frei schwebenden Hängebrücken Deutschlands,  die Pegnitz und sind im Altstadtteil Sebald. Entlang eines Heilpflanzengartens gehen wir zum Neutorturm, zum Burggarten und Tiergärtnertorplatz. Eine kleine grüne Oase tut sich auf an den einstigen Wehranlagen, wo auch ein Teil Wehrmauer begehbar ist. An der Straße Neutormauer stehen auch das Albrecht-Dürer-Haus und das Dürer-Museum. Der Maler Albrecht Dürer der Jüngere wurde 1471 in Nürnberg geboren und verstarb dort im Alter von 57 Jahren.

Jetzt haben wir die Kaiserburg vor und über uns, die auf dem Felsen Nuorenberc steht. Mit ihrem Bau wurde 1140 begonnen. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und eine Doppelburg aus Kaiserburg und Burggrafenburg, im östlichen Teil der Burganlage. Hier gibt es natürlich einiges zu sehen: der Turm Luginsland, die Basteien, die Kapellen, eine Jugendherberge in den Kaiserstallungen, ein Burgmuseum in der Kemenate als Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg.

Nach der Burgbesichtigung richten wir uns nach Süden aus und könnten einen Abstecher zum Fembohaus in der Burgstraße 15 machen. Das Stadtmuseum zur Nürnberger Geschichte ist in einem Kaufmannshaus der Spätrenaissance untergebracht, das zwischen 1591 und 1596 errichtet wurde und Volutengiebelzierde zeigt. Nächste Sehenswürdigkeit an unserer Runde ist die St. Sebald am Sebalder Platz nahe dem Rathausplatz.

Die evangelische Sebalduskirche gehört zu den herausragenden Kirchenbauten von Nürnberg. Sie ist die älteste und wurde 1225/1230 sowie 1273 als doppelchörige Pfeilerbasilika errichtet und hat auch Doppeltürme. Im beeindruckenden Inneren sind unter anderem das Sebaldusgrab und der Petersaltar sehenswert.

Gegenüber ist das Rathaus, dessen ältester Teil zwischen 1332 und 1340 erbaut wurde, eine spätgotische Erweiterung kam Anfang des 16. Jahrhunderts hinzu und eine im Stil der Renaissance rund 100 Jahre später. Der gotische Saalbau im Inneren wurde von Albrecht Dürer gestaltet. Jetzt sind wir im Herzen der Altstadt am Hauptmarkt angekommen, der nebst dem „Schönen Brunnen“ zusammen mit der eindrucksvollen Frauenkirche im 14. Jahrhundert entstanden ist.

Die katholische Frauenkirche ist die erste gotische Hallenkirche in Franken. Von der Empore aus eröffnet das Nürnberger Christkind alljährlich den bekannten Christkindlesmarkt. Die Kirche wurde auf den Grundmauern einer Synagoge im damaligen hier befindlichen Judenviertel gebaut. Man sollte um 12 Uhr mittags dort sein, wenn das „Männleinlaufen“ stattfinden. Das Figuren-Glockenspiel unter der astronomischen Uhr erinnert an den ersten Teil der Verkündung der „Goldenen Bulle“ 1356. Sieben Kurfürsten huldigen dem Kaiser Karl IV. 

Über die Museumsbrücke überqueren wir die Pegnitz, die sich links und rechts von uns jeweils zweiteilt, um hernach wieder zusammenzufließen. Wir halten uns links und gehen entlang der Pegnitz, über den Gewerbemuseumsplatz, am Uhrenmuseum vorbei zum Marientorgraben mit dem Stadtarchiv. Der Marientorgraben geht in den Königstorgraben über, rechterhand liegt die Kunsthalle Nürnberg. Nun sind wir geradewegs auf dem Rückweg zum Bahnhofsvorplatz.

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