Altstadtrundgang Bayreuth (Franken)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 9 Min.
Höhenmeter ca. ↑145m  ↓145m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Dieser Altstadtrundgang hat es kulturell und aussichtsreich in sich. Er führt uns u.a. zu den Sehenswürdigkeiten der Wagner-Festspielstadt, zum Ufer des Roten Mains, zum Markgräflichen Opernhaus, zum Hofgarten mit dem Wagner-Museum und hinauf zum Siegesturm auf der bewaldeten Hohen Warte (463m) mit herrlichem Blick über Bayreuth, die Hauptstadt Oberfrankens.

Die Runde startet am Hauptbahnhof Bayreuth. Wir streben gleich gen Süden und zum ersten Höhepunkt, dem UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus. Dazu überqueren wir den Roten Main, kommen am Iwalewahaus (Museum mit moderner, außereuropäischer Kunst) vorbei, queren den Mühlgraben und sind am Opernplatz mit dem prächtigen Bauwerk des Markgräflichen Opernhauses, das 1744-48 gebaut wurde.

Das Markgräfliche Opernhaus ist in einem originalen Erhaltungszustand, bis auf den Vorhang. Im Inneren des komplett aus Holz gefertigten Logentheaters glänzt italienischer Spätbarock. Die Logen verteilen sich über drei Etagen, feudal ist auch die Fürstenloge. Man kann sich kaum satt sehen! (Noch mehr, wenn sie ab Frühjahr 2018 nach der Renovierung wieder geöffnet hat).

Benachbart in der Münzgasse wurde 1760 die Synagoge Bayreuth eingeweiht. Sie ist die älteste barocke Synagoge in Deutschland, die noch genutzt wird. Die Nähe ist schon interessant, denn Richard Wagner (1813-1883) hielt mit seiner Meinung zum „Judenthum in der Musik“ nicht hinterm Berg.

Gegenüber steht die Schlosskirche Bayreuth mit dem Schlossturm. Die Schlosskirche ist eine Saalkirche im Stil des Bayreuther Rokoko, die 1753, nachdem das Alte Schloss an der Stelle abgebrannt ist, neu errichtet wurde. Im gleichen Zuge wurde das Neue Schloss am Hofgarten gebaut – wo wir noch hinkommen werden.

Wir gehen durch die Richard-Wagner-Straße und biegen zum Richard-Wagner-Park ein. Dort finden wir Wagners Wohnhaus, dass er Villa Wahnfried nannte. Wagner verbrachte mit seiner zweiten Frau Cosima zwischen 1872 und 1881 eine Zeit in Bayreuth und durfte sich dort ein Häuschen bauen, das 1874 fertig war und heute das Richard-Wagner-Museum beherbergt. Benachbart ist die Grabstätte von ihm und Cosima. Ebenfalls in der Nachbarschaft sind die Museen für den deutschen Schriftsteller Jean Paul, der 1825 in Bayreuth verstorben ist, Franz Liszt, Pianist, Komponist und Vater von Cosima, der 1886, bereits erkrankt, bei einem Besuch der Festspiele genau in diesem Haus verstorben ist. Beim Obstquartier ist das Freimaurermuseum. 

Wir gehen entlang des Hofgartenkanals und der Schwaneninsel und treffen beim Neuen Schloss Bayreuth am Residenzplatz auf das Archäologische Museum. Das Neue Schloss wurde ab 1753 erbaut und darein integriert wurden einige Bauten oder im Entstehen begriffene. Im nördlichen Querflügel wurde übrigens 1799 Heinrich von Gagern geboren.

Jetzt gehen wir zur Stadtkirche Heilige Dreifaltigkeit, links und rechts von unserem Weg residiert die Regierung von Oberfranken. Die größte Kirche von Bayreuth ist eine evangelische, dreischiffige, spätgotische Basilika, die 1611 nach einem Brand wieder aufgebaut wurde.

Wir gehen durch die Brautgasse in die Maximilianstraße, in der sich einige Brunnen befinden wie der Neptunbrunnen bei der Spitalkirche, deren Geschichte im 14. Jahrhundert begann und deren Neubau 1750 geweiht wurde. Wir machen uns auf den Weg zum Ufer des Roten Mains.

Beim Roten Kreuz überqueren wir den Roten Main und gehen durch ein Gewerbegebiet, dann durch das Areal des Bezirkskrankenhauses Bayreuth, tangieren die Gartenstadt und gehen gen Norden zum Siegesturm auf dem Höhenzug Hohe Warte. Der Siegesturm wurde 1874 aus Sandstein erbaut und steht auf 463m. Vom 17m hohen Aussichtsturm, 97 Stufen in den Waden, hat man einen fantastischen Blick auf Bayreuth.

Dann geht es zurück in die Stadt und zwar durch den Richard-Wagner-Park zum Festspielhaus Bayreuth. Das wurde nach den Plänen von Richard Wagner gebaut und nur zum Zwecke seiner Aufführungen. Das Musiktheater orientiert sich ein bisschen an den griechischen antiken Vorbildern, mit ansteigendem Parkett und Orchestergraben. Die Eröffnung war 1876 mit Rheingold. Die Bayreuther Festspiele finden jährlich statt, mit dreißig Aufführungen, die von 58.000 Menschen erlebt werden können. Die Urenkelin von Richard Wagner, Opernregisseurin Katharina Wagner, ist seit 2015 künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Festspiele.

Das Festspielhaus Bayreuth wird seit 2015 saniert, außerhalb der Proben- und Aufführungszeit im Sommer – das wird sich vermutlich bis 2026 ziehen. Unsere Altstadtrunde zieht sich nicht mehr lang. Wir kommen noch an der Christuskirche vorbei mit ihren markanten drei spitzen Turmhelmen und sind zurück am Bahnhof.

Bildnachweis: Von Benreis [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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