Die Halbtageswanderung im nördlichen Burgenland bis ins Nachbarbundesland Niederösterreich bei den Sieben Linden als höchsten Punkt, bringt uns durch die Eichen- und Hainbuchenwälder des Leithagebirges mit geologischen Einblicken nahe Purbach. Die erste Hälfte der Tour führt aufwärts.
Start ist in Purbach nordwestlich des Neusiedler Sees, der auch Teil eines Nationalparks ist sowie UNESCO-Welterbe. Die Landschaft ist aufgrund ihres Klimas für den Weinbau optimal und der Neusiedler See ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur für die Wienerinnen und Wiener oder die ungarischen Nachbarn. Etwas abseits wandernd durch den schattigen Wald genießt sich diese Region, in der auch schon in der Bronzezeit gesiedelt wurde, nochmal anders. Auch Spuren der Kelten und Römer im damaligen Pannonien wurden gefunden.
An die Weintradition erinnern lebendig die historischen Keller in der Kellergasse von Purbach. Die um 1850 gemauerten Kellerhäuser, rund 50 in der Zahl, haben eine malerische Ausstrahlung. Von der Kellergasse biegen wir nach rechts in die Fellnergasse. Bei der Klosterpforte (ehemalige Antoniuskapelle) öffnet sich die Runde, wir bleiben in der Spur der Fellnergasse.
Wir kommen in die Waldsiedlung mit dem Kloster an der Spitz und Weingut. Nahe einer imposanten Linde ist die Mühlriegelhöhle mit Einblick in die Geologie und hier dem Leithakalk. Denn einst war hier Meer. Das zeigt auch der Felsüberhang mit den Muscheln. Das wechselt sich im Leithagebirge ab mit kristallinem Urgestein. Mit weiterem Anstieg kommen wir zwischen den Gipfeln Burgstall (334m – war zur Hallstattzeit besiedelt) und Hochleiten (345m) durch den Wald. Es ergibt sich ein Ausblick auf den Neusiedler See.
Weiter wandern wir in den Leithagebirgswald unter dem Blätterdach, kommen nach Niederösterreich, wandern einen Haken und sind schließlich an der Wegkreuzung der Sieben Linden, wo übrigens auch die Schmugglerroute ab Donnersberg vorbeikommt. Hier ist ein Rastplatz am höchsten Punkt der Runde. Dann wandern wir entspannt wieder retour durch den belebenden Wald, kommen an den Soferlgraben, folgen seinem kleinen Lauf und biegen nach links ein, wenn wir auf den Güterweg Purbach-Spitzkreuz treffen. Die Landschaft verändert sich zu mehr Wiesen, auch mit Obstbäumen, besonders schön bei der Kirschblüte, und Weinlagen.
Alsbald kommt der hohe Kirchturm von Purbach ins Blickfeld. Die Kirche hl. Nikolaus steht zentral im Ort, ist mittelalterlicher Herkunft und wurde im 17. Jahrhundert neu aufgebaut. Als weitere Sehenswürdigkeit besitzt Purbach Reste einer Stadtmauer (1630-1634) mit dem „Türken-Tor“.
Bildnachweis: Von Flodur63 [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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