Diese Schmugglerroute ist im Norden des Burgenlandes, das 1920/1921 von Ungarn nach Österreich wechselte. Donnerskirchen westlich am Neusiedler See gehört zum Burgenland und Mannersdorf am Leithagebirge zu Niederösterreich. Dazwischen ist viel Mischwald mit einigen Höhen. Dort kommen wir zur Ruine Scharfeneck am Schlossberg und zum Kloster St. Anna in der Wüste im Naturpark Wüste-Mannersdorf. Durch die Wälder des Leithagebirges wurden einst etliche Waren und Tiere geschmuggelt.
In Donnerskirchen beim Gemeindeamt geht’s los gen Nordwesten und für die folgenden rund 6,4km bergauf – von ca. 160m bis auf fast 430m. Donnerskirchen liegt im burgenländischen Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Im Ort zeigt sich geschlossene Bebauung mit Streckhöfen. Wir wandern einen Bogen durch die Johannesstraße, kommen zur Ecke mit dem Geißbrunnen gegenüber der Johanneskapelle, wo wir um die Ecke biegen und an der nächsten den historischen Leiserhof sehen.
Alternativ könnte man beim Geißbrunnen auch einen kurzen Abstecher entlang des Kreuzwegs zur Bergkirche auf der Anhöhe unternehmen. Sie ist von einer Wehrmauer umgeben und von oben hat man einen schönen Blick über Donnerskirchen und die Ebene bis zum Neusiedler See. Das GPS führt per Hauptstraße gen Norden aus dem Ort hinaus, wo sich die Runde öffnet und wir uns rechts halten. Durch den schattigen Laubmischwald am Teufelsgraben wird weiter ansteigend das Suchentrunkkreuz erreicht. An dieser Stelle hat sich im Jahr 1682 ein Todesfall ereignet, zum Nachteil von Frau Suchentrunk.
Eine der folgenden Kreuzungen heißt Drei Hotter und dort sind wir über die Landesgrenze nach Niederösterreich gekommen. Wir wandern in Richtung Sieben Linden und haben an der Stelle den ersten Anstieg geschafft. Dann geht’s durch die gerade Kaiserallee für rund 550m und dann durch eine Rechtskurve. Nach dem nächsten Bergan ist die Ruine Scharfeneck auf dem Schlossberg (337m) erreicht. Wir sind jetzt auch im Naturpark Wüste-Mannersdorf mit Eichen-Hainbuchenwäldern und einer 4,5km langen Klostermauer. Es ist nicht hinlänglich geklärt, ob die Burg aus dem 11. Jahrhundert stammt. Seit dem 18. Jahrhundert ist sie der Natur überlassen.
Wir wandern abwärts, kommen über Bäche, streifen eine Lichtung und wandern zum Kloster St. Anna hinauf, wo sich eine Rast anbietet. Das einstige Karmelitenkloster wurde zum Naturparkzentrum. 1644 erstmals gegründet, brannte es kaum 40 Jahre später nieder, wurde wieder aufgebaut und zeigt sich heute als einladende Anlage.
Der kommende Anstieg führt uns die nächsten rund 4km auf den Steinerwegberg (443m) mit der Kaiser-Franz-Joseph-Warte. Dabei folgen wir dem Weg „Kaisereiche“, kommen am Schmugglerweg-Denkmal vorbei zur Franz-Joseph-Warte mit Ausblick über das Wiener Becken und den Neusiedler See, wenn der Himmel klar ist. Die Warte wurde 1888 gebaut. Die verbliebenen rund 4,4km Schmugglerroute wandern wir gemütlich und nicht auf der Flucht nach Donnerskirchen zurück.
Bildnachweis: Von C.Stadler/Bwag [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
Klein und oho ist diese Runde und eröffnet uns erstmalig, dass es südöstlich von Wien und südwestlich von Bratislava eine Wüste gibt. Na, um...