Die Via degli Dei ist ein Klassiker unter Italiens Fernwanderwegen: 126 Kilometer durch den Apennin, von der beeindruckenden Altstadt Bolognas bis in die nicht minder beeindruckende Kunstmetropole Florenz, Hauptstadt der Toskana, am Arno. Es ist auch ein Geschichtsweg! Unterwegs wechseln sich Architekturen, Wälder, historische Pfade, Passstraßen und bezaubernde Panoramen ab. Wir werden über 1.200m Höhe erreichen.
Nicht nur Natur und Naturschutzgebiete, sondern auch ein Stück römische und mittelalterliche Geschichte wird erkundet. Die Strecke aus der Römerzeit von Nord nach Süd lässt sich in 5 oder doch eher 6 Etappen gliedern. Das hängt vom Leistungsvermögen und der Zeit ab sowie von den Übernachtungsbuchungen. Die Via degli Dei ist markiert mit Zeichen des CAI (Club Alpino Italiano) – meist rot-weiß und oft mit den Buchstaben „VDD“.
Bologna ist die Hauptstadt der Region Emilia-Romagna und liegt am südlichen Rand der Po-Ebene und am Fuße der Apenninen Der Fluss Reno streift die Universitätsstadt. Der Weg beginnt an der Piazza Maggiore mit der Basilika di San Petronio und führt durch das Portal Saragozza am Rande von Saragozza mit Parklandschaften vorbei zur Wallfahrtskirche San Luca auf einer bewaldeten Anhöhe. Danach wird es ruhiger und wir kommen ins Renotal und durch den Parco della Chiusa. Der Fluss begleitet uns eine Weile und wir queren Naturschutzgebiete. Es wird auch hügeliger, Landwirtschaft und Haine sind auch dabei. Westlich ist Sasso Marconi auf der anderen Seite des Flusses. Badolo liegt ein bisschen abseits der Route an der SP58, ist aber Etappenort an der Via degli Dei.
Diese Etappe ist länger und anspruchsvoller mit einigen Steigungen, Wäldern und Felsen. Auf der spektakulären Höhe Monte Adone (654m) sind einige Aussichtspunkte mit fabelhaftem Blick über die hügelige Landschaft mit den Terrassen und eingesprenkelten Orten. Wir kommen durch Brento und sind am Rand eines Naturreservats. Es ist dünn besiedelt und eher ruhig unterwegs durch die Kulturnatur. Bei Monterumici treffen wir auf die gotische Linie und kommen zu einer kleinen Streusiedlung an der SP59. Der folgen wir und kommen an weiterer Besiedelung vorbei nach Monzuno. Weiter geht’s gen Süden über weitere Höhenzüge und durch Landwirtschaft ans Tagesziel: Madonna dei Fornelli, Ortsteil der Gemeinde San Benedetto Val di Sambro im Bologneser Apennin.
Weiter geht’s am nächsten Tag über den höchsten Punkt der Runde und durch viel Natur mit geschichtsträchtigen Abschnitten. Im Naturschutzgebiet um den Monte dei Cucchi (1.140m) und kommen anschließend über den Bivio delle Guardi beim Ort Pian di Balestra, mit einer etwas abseits stehenden Kirche, die eher wie eine Scheune anmutet. Am Ende der Via Bastione geht’s den Weg weiter über die Grenze in die Toskana. Wir kommen über den Monte Bastione (1.160m) und wandern ein Stück der restaurierten Militärstraße der Römer. Rasten und Römer begleiten. Es geht über den Passo del Passeggere, um einen Teich herum zum höchsten Punkt am Weg, dem Le Banditacce (1.204m) – der ist auch als solcher geschmückt. Am Passo della Futa (SP59) ist ein monumentaler deutscher Soldatenfriedhof zu sehen. 16.000 Granittafeln erinnern an rund 30.700 auf italienischem Boden gefallene deutsche Soldaten. Am Etappenziel Monte di Fò sind ein Campingplatz und ein Hotel an der Via Nazionale (SS65).
Der nächste Tag beginnt mit einer Schleife. Noch einmal wandern wir ein bisschen mit Anstieg und dann zeigt sich die Toskana von ihrer softeren Seite. Wälder gehen in offene Hügellandschaften über, wir passieren Höhen und einen Pass mit einem „legendären“ im doppelten Sinn: Gasthaus (Passo dell’Osteria Bruciata), haben Aussichten und wandern abwärts durch landwirtschaftliche Flächen mit Wiesen und Feldern, über die Sieve nach San Piero a Sieve, Ortsteil der Gemeinde Scarperia e San Piero im Mugello. So wird der sanfte Landstrich genannt, eingebettet zwischen Apennin und Toskana. Die Kirche San Pietro wurde im 12. Jahrhundert errichtet.
Sehr Ambitionierte möchten vielleicht lieber im hübschen Fiesole mit fabelhafter Aussicht auf Florenz die Etappe beenden. Das sind dann aber 30km. Bezaubernde Toskana-Landschaft mit Feldern, Waldabschnitten, Landhäusern, Höfen und Olivenhainen begleiten diese letzten Etappen. Stimmungsvoll wird es in Fiesole mit seinen Etrusker- und Römerresten sowie dem Blick über das kulturelle Herz der Toskana. In Florenz gibt es so viel zu entdecken, da braucht es noch ein Wochenende – gut und gerne.
Bildnachweis: Von Mongolo1984 [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons