Im Trentino liegt die Gemeinde Rovereto im unteren Etschtal, das man auch Vallagarina nennt. Die Stadt hatte ihre wirtschaftliche Blüte im 18. Jahrhundert, was zur Bezeichnung „Athen des Trentino“ führte. So sagt man es wohl auch heute noch. Wir wandern eine Stadtrunde vom Bahnhof aus an den Fluss Leno und zum Castello di Rovereto mit Museum, zum Palazzo Pretorio mit Verwaltung, zu weiteren Museen und durch die historische Altstadt.
Rovereto, das sich im 12. Jahrhundert nahe einer Burg entwickelte, ist Verwaltungssitz der Talgemeinschaft Vallagarina und beheimatet die Fakultät für Psychologie und kognitive Wissenschaften der Universität Trient. Rovereto ist auch die „Kulturhauptstadt des Trentinos“ und verbindet Historie auch mit moderner Kunst. Vom Bahnhof kommen wir zu einem Kreisel und zu einer kleinen Parkanlage. In der sehen wir die schmucke spätbarocke Kirche Santa Maria delle Grazie aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie wurde als Kapelle neben dem damaligen Landhaus der Familie Vannetti errichtet und blieb von Kriegszerstörungen verschont.
Wir biegen nach rechts in die Via Antonio Cesari ein und vor der Polizei biegen wir nach links und wandern gen Süden bis an den Torrente Leno (Etschzufluss). Vor der Brücke halten wir uns links. Dann sehen wir die Ponte degli Alpini. Linkerhand wäre der kleine Park Giardini Italia. Unsere Route führt weiter geradeaus mit dem Leno zu unserer rechten Seite. Dann treffen wir auf die Via Calcenari und stehen vor dem Museo della Città. Das 1851 gegründete Stadtmuseum beschäftigt sich mit über 150 Jahren Geschichte und den verschiedensten Themengebieten, die das kulturelle, wirtschaftliche und zivile Leben im Blick haben.
Weiter geht’s hinter dem Palazzo Pretorio mit Malereien aus dem 18. Jahrhundert vorbei zur Ponte Forbato. Wir sind beim Castello di Rovereto mit Kriegsmuseum. Die spätmittelalterliche Renaissance-Festung aus dem 15. Jahrhundert mit Geschichte bereits im 14. Jahrhundert erhebt sich massig und wehrhaft über der Altstadt. Sie ist seit 1921 Sitz des Museo Storico Italiano della Guerra mit etlichen Ausstellungsstücken aus dem Ersten Weltkrieg und aus weiteren Epochen.
Links der Straße Piazza del Podestà ist die Verwaltung im Palazzo Pretorio jetzt von der anderen Seite zu sehen. Der interessante Bau spannt einen Bogen von der Republik Venedig bis zu den Habsburgern. Man sieht verschiedene Stile. 1417 wurde das Gebäude errichtet und in der Folgezeit weiter ausgebaut. Die Fassade zeigt zwei Geschichtsabschnitte Roveretos: das venezianische 15. Jh. auf der rechten Seite und der Stil des 18. Jh. auf der linken Seite.
Unsere Route führt an der Kanone vorbei in die enge Gasse Via della Terra. Nahe dieser ist das Museum Casa d'Arte Futurista Depero, das auf den Futuristen Depero und das Jahr 1957 zurückgeht. Depero war ein Pionier des zeitgenössischen Designs. Nicht an unserer Runde direkt und als Empfehlung für Interessenten der modernen Kunst adressiert: Nördlich lädt das MART – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst – mit rund 20.000 Exponaten ein.
Nächstes Highlight ist die Kirche San Marco an der Piazza San Marco. 1458 wurde mit dem Bau begonnen, der 1461 mit der Fertigstellung des Turms abgeschlossen war. Herausragend sind im Inneren die barocken Marmoraltäre. In dieser Kirche gab der junge Wolfgang Amadeus Mozart 1769 sein erstes Konzert vor einem größeren Publikum.
Wir schlendern zum Neptunbrunnen auf der Piazza Cesare Battisti. Nahebei ist die Chiesa di Maria Santissima di Loreto. Unser Weg führt uns mit der Via Roma zu einem weiteren Platz und von dort nach rechts, im Prinzip in Richtung Bahnhof. Doch den Sehenswürdigkeiten ist damit noch kein Ende gesetzt. Es stehen sich an der Borgo Santa Caterina gegenüber das Museo Civico und die Kirche Santa Caterina, die im 16. Jahrhundert wiedererrichtet wurde, nebst Konvent der Kapuziner.
Bildnachweis: Von Davide Mauro [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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