In Noord-Holland am Markermeer, das genaugenommen ein künstlich entstandener Süßwassersee ist, wandern wir eine Runde im Süden von Hoorn mit Hafenflair, Geschichte und Parks. Hoorn in der Region West-Friesland hat von oben betrachtet sehr viele Geraden und Karrees, selbst in der historischen Innenstadt, und viel Wasser. Die zum Stadtgebiet zählenden Wasserflächen machen zusammengerechnet mehr aus, als die Landflächen. Die dicht an dicht bebauten Straßen Grote West und Grote Oost, die in die historische Mitte führen, waren im 13. Jahrhundert Deiche.
Unsere Tour gegen den Uhrzeigersinn beginnt am Parkplatz Niewe Wal = neuer Damm. Der ist umgeben vom Julianapark und Sportparks. Beim Julianapark ist auch ein kleiner Strandabschnitt, het Schelpenstrandje. Man schaut aufs Wasser und in Richtung der Marina Kaap Hoorn nahe einem Gewerbegebiet. Das streifen wir am Rande via Schellinkhouterdijk. Wir nehmen die Brücke zur Linken und kommen über zwei Straßen und ein Wasser in den Muntpark, mit Rast, Teich und Inselchen darin.
Alsdann wandern wir eine nächste Ecke um ein Wohnviertel und schlagen den Bogen in den Mandelapark mit einem Pfadfinderhaus Scouting Martin Luther King. Weiter geht’s in den Wilhelminapark mit vier Fußballfeldern und dem Wilhelminaplantsoen mit einem Spielplatz, Teich und Fontäne. Dann wandern wir an einem Schulgebäude vorbei und durch ein Wohngebiet entlang der Venenlaan. Dicht an dicht gestellt, mit zwei Park- und Baumlücken umgesetzt. Bei der Draafsingel, einem Rest des einstigen Verteidigungskanals, gehen wir links und dann rechts über die Oosterportsbrug zum Oosterport. Das ist das einzig erhaltene Stadttor. 1578 wurde es mit einer kleinen Biegung erbaut und interessanterweise wurde für den Pförtner 1601 ein Haus obenauf gesetzt.
Jetzt kommt der Altstadtteil der Runde. Wir schlendern entlang der Oosterpoortsgracht, gehen links in die Pakhuisstraat, über die Brücke Turfhaven und streben dem Platz Roode Steen zu. Auf dem Weg kommen wir an der raumgreifenden Grote Kerk vorbei. Sie ist besonders. Die 1883 errichtete Kirche mit 60m hohem Turm wurde 1968 als Gotteshaus aufgegeben. Jetzt sind hier Geschäfte und unter dem Dach Wohnungen.
Weiter geht’s durchs geschäftige Treiben mit kleinen Läden zum Markt, Roode Steen. Ortsbildprägend ist das Gebäude von 1632 mit den Wappen, den Löwen und dem kunstvollen Giebel im Stil der Holländischen Renaissance. Es war das Statenhuis, wo Beschlüsse gefasst wurden. Es ist Teil des Westfries-Museums. Nahebei ist die historische Waage von 1609 am Platz mit dem Standbild von Jan Pietersz Coen, Generalgouverneur der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Beim Standbild ist ein großer roter Stein an der Stelle, wo einst viele Menschen gerichtet wurden und ihr Blut ließen. Der echte rote Stein ist im Museum.
Auf uns warten nach dem Gang durch bebaute Gassen der Grashaven mit den Segelbooten. Wir kommen am Oostereijland vorbei, auf dem ist das anschauliche Museum des 20. Jahrhunderts. Wir kommen zur Sehenswürdigkeit de Hoofdtoren, gebaut in 1532, als die Bedeutung des Handelshafens zunahm und es mehr Schutz brauchte. Weitere Hafenbecken am Weg sind: der Binnenhaven, Vluchthaven, Rommelhafen mit einem Gedicht im Wasser über Zeit, Liebe, Traum und Glück, und bald sind wir am Ausgangsort zurück.
Bildnachweis: Von Rolfcosar [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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