Sommerhitze am Wanderweg: Wie du auch an heißen Tagen einen kühlen Kopf bewahrst


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An Tagen wie diesen flimmert die Luft schon am frühen Vormittag über dem Asphalt, und selbst der schattigste Waldweg bietet irgendwann keine wirkliche Abkühlung mehr. Wer im Hochsommer wandern gehen möchte, kennt dieses Dilemma nur zu gut: Die längsten Tage des Jahres locken mit bestem Licht, klarer Fernsicht und weiten Ausblicken, doch genau diese Sonne kann eine Tour auch schnell zur Belastungsprobe machen. Der Körper reagiert auf Hitze empfindlicher, als viele glauben, gerade wenn zusätzlich ein Rucksack getragen und ein Anstieg bewältigt werden muss. Mit ein paar durchdachten Entscheidungen wird aus der Hitzewanderung trotzdem ein Erlebnis, das du in guter Erinnerung behältst, statt an eines, das du lieber schnell vergisst.

Der frühe Vogel hat die kühleren Kilometer

Wer seine Tour klug plant, startet nicht erst, wenn die Sonne schon hoch am Himmel steht. Die Morgenstunden sind meist noch angenehm temperiert, weil die nächtliche Abkühlung nachwirkt, und auch das Licht wirkt zu dieser Zeit besonders schön. Anstrengende Anstiege lassen sich dann deutlich leichter bewältigen als am Nachmittag, wenn die Hitze auf dem Weg lastet wie eine unsichtbare zweite Last im Rucksack. Der Deutsche Alpenverein empfiehlt in seinem Ratgeber zum Wandern bei hohen Temperaturen, die größten Herausforderungen der Route möglichst vor die Mittagszeit zu legen und in den heißesten Stunden bewusst eine längere Pause im Schatten einzulegen, statt trotzig weiterzulaufen.

Augen und Haut nicht vergessen

Sonnencreme gehört für die meisten längst zur Standardausrüstung, dabei gerät ein anderer Körperteil oft in Vergessenheit: die Augen. Stundenlanges Blinzeln in grelles Licht strengt an und wird auf Dauer unangenehm, besonders in höheren Lagen, wo die UV-Belastung spürbar zunimmt und die Luft klarer ist. Wer ohnehin eine Sehhilfe trägt, kann hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Aktuelle Damenbrillen mit selbsttönenden Gläsern passen sich automatisch an die Lichtverhältnisse an und ersparen so das lästige Wechseln zwischen normaler Brille und Sonnenbrille mitten auf dem Weg. Gerade auf mehrtägigen Touren, bei denen jedes Gramm im Rucksack zählt, ist das ein spürbarer Vorteil.

Kleidung, die mitdenkt statt nur zu schützen

Enganliegende Baumwollshirts fühlen sich bei Hitze schnell klamm und schwer an, sobald der erste Schweiß fließt. Besser eignen sich luftige, helle Stoffe, die Feuchtigkeit nach außen transportieren und Sonneneinstrahlung reflektieren, statt sie zu speichern. Eine leichte Kopfbedeckung schützt zusätzlich vor direkter Sonne im Nacken, einem der empfindlichsten Bereiche überhaupt, während atmungsaktive Schuhe verhindern, dass die Füße unnötig aufheizen.

Trinken, bevor der Durst kommt

Wer erst trinkt, sobald sich der Durst meldet, hat meist schon zu lange gewartet. Gerade bei schweißtreibenden Anstiegen verliert der Körper mehr Flüssigkeit, als man denkt, und mit ihr wichtige Mineralstoffe, die für Muskeln und Konzentration gebraucht werden. Warum eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr beim Wandern eine so große Rolle spielt und wie sie sich auf Kreislauf und Leistungsfähigkeit auswirkt, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zu den fünf Gründen für konsequente Flüssigkeitszufuhr unterwegs.

Den UV-Index im Blick behalten

Ein Blick auf den aktuellen UV-Index vor dem Aufbruch lohnt sich, denn er verrät, wie intensiv die Sonneneinstrahlung an diesem Tag ausfällt und wie viel Schutz sinnvoll ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt entsprechende Werte und Hintergrundinformationen zur UV-Strahlung frei zugänglich zur Verfügung. Gerade im Gebirge steigt die Belastung mit der Höhe spürbar an, weil die Atmosphäre dünner wird und weniger Strahlung abfängt.

Warnzeichen ernst nehmen

Kopfschmerzen, Schwindel oder ein ungewohnt schneller Puls sind keine Kleinigkeiten, sondern deutliche Signale des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Auch ein plötzliches Kribbeln in den Händen oder eine auffällig trockene, heiße Haut gehören dazu. Wer solche Anzeichen bei sich oder in der Gruppe bemerkt, sollte die Tour ohne schlechtes Gewissen unterbrechen, einen schattigen Platz aufsuchen und in Ruhe trinken. Manchmal ist die schönste Entscheidung an einem Hitzetag nicht der Gipfel, sondern die Bank unter einer alten Eiche mit Blick ins Tal, während die Grillen im Gras ihr Lied anstimmen.

Bildnachweis: Von Vadim Babenko [Lizenz] via Unsplash

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